Geld für marode Straßen statt Kreisel

Geld für marode Straßen statt Kreisel

Die unabhängigen Christdemokraten haben sich gegen einen Kreisverkehr an der Dudweilerstraße zwischen Einkaufsmeile und Peter-Gross-Bau ausgesprochen. Die Stadtratsfraktion hält es für sinnvoller, zunächst marode Straßen zu sanieren.

Die Kritik am städtischen Haushalt hat die Dudweilerstraße erreicht. Mit den Stimmen von CDU, Linken und FDP wurde vor den Sommerferien beschlossen, zwischen der Einkaufsmeile und dem Sitz der Firma Gross einen Kreisverkehr bauen zu lassen und damit ein Projekt zu realisieren, das bereits seit Jahren auf der Tagesordnung steht. Die Stadtratsfraktion der unabhängigen Christdemokraten (UCD) hält diesen Beschluss für eine Fehlentscheidung. Das geht aus einem Schreiben hervor, das unserer Redaktion vorliegt. Fraktionschef Markus Gestier kritisiert darin, dass ein neuer Kreisel gebaut werden soll, "anstatt das Geld in die Sanierung vorhandener Verkehrswege zu stecken". Für diese Zwecke wollte die UCD mehr Geld im Haushalt bereit stellen. "Leider", heißt es in der Mittelung weiter, habe die neue Mehrheit im Stadtrat dies verhindert und den Bürgern damit einen Bärendienst erwiesen. Nun will die UCD die Bürger sprechen lassen. Sie sollen der Stadtratsfraktion mitteilen, welche Straßen und Verkehrswege sich in einem schlechten Zustand befinden. Für deren Sanierung will sich die UCD dann stark machen, statt das Geld "für unnötige Prestigekreisel" auszugeben. Befürchten, dass morgen früh die ersten Bautrupps zum Kreisel-Bau anrücken, muss die UCD nicht. Peter Gaschott, der Pressesprecher der Stadt St. Ingbert, sagte auf SZ-Nachfrage, dass man sich erst in der Vorplanungs-Phase befinde. "Von konkreten Plänen sind wir noch weit weg", sagte Gaschott. Zuletzt wurde eine Beteiligung der Anliegenden Firmen an den Baukosten thematisiert, doch auch hier sei noch keine Einigung erzielt worden.

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