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Gehnbachfreunde küssen Biergarten in Niederwürzbach wach

Gehnbachfreunde St. Ingbert : Gehnbachfreunde küssen Biergarten wach

Der St. Ingberter Verein wird ab kommenden Freitag und an den darauf folgenden Wochenenden den ehemaligen Biergarten am Gutshof Junkerwald bewirtschaften. Sie fangen klein an, wollen aber das Speisen- und Getränkeangebot ausbauen.

Der Niederwürzbacher Weiher ist immer einen Ausflug wert – zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Wanderer lieben diese Idylle, wo sich alle paar Meter ein neuer Blick auf das schöne Gewässer bietet, und sie kehren auch gern in die unweit des Ufer gelegenen Cafés oder Lokale ein. Nur am nordwestlichen Ende des Ausflugsziels, dort wo die schöne Villa am Junkerwald über allem thront, ist der Biergarten am ehemaligen Gutshof verwaist. Lediglich eine Laterne mit „Karlsberg Urpils“-Aufdruck erinnert noch daran, dass sich hier mal Ausflügler stärken konnten.

Wer sich das Gelände anschaut, fühlt sich an seinen Italien-Urlaub erinnert. Mehrere Ebenen mit Grünflächen, Terrasse, stolzen Bäumen und einem kleinen Teich laden zum Verweilen ein. Eigentlich „schreit“ das Areal förmlich nach Nutzung. So sahen das auch die Gehnbachfreunde, der umtriebige St. Ingberter Verein, der für ausgefallene Aktivitäten bekannt ist. Deren Vorsitzender Heinrich Dümmler ist mit dem Besitzer des „Junkerwald“ befreundet, der ebenfalls Mitglied im Verein ist. Vor zwei Wochen entwickelten sie die Idee, den Biergarten zu reaktivieren, kurze Zeit später war die Konzession für den Ausschank beim Ordnungsamt in Blieskastel bereits beantragt, und wenige Tage danach hielten sie die offizielle Erlaubnis, für drei Monate den Biergarten bewirtschaften zu dürfen, in Händen. Beim offiziellen Pressetermin merkt man dem Vereinsvorstand die Freude über den gelungenen „Coup“ an. Jetzt müssen nur noch die Gäste kommen. Los geht der Verkauf aus einem Bierwagen per Selbstbedienung an diesem Freitag, 7. August, um 15 Uhr. Dies ist sozusagen das Opening, bei dem es vorerst Getränke und Essen „Rooschtwurscht abwärts“ gibt. Will heißen, zu Beginn der „Testphase“ gibt es Würstchen, Brezeln und Kleinigkeiten „auf die Hand“ zu kaufen. An den weiteren „biergartenoffenen“ Wochenenden sollen auch andere Leckereien, Kaffee und Kuchen dazukommen. „Wir stellen uns vor, dass wir das Angebot steigern, und wer die Gehnbachfreunde kennt, weiß, dass wir noch ein paar Ideen haben.“ Wozu hat man denn versierte Köche unter den Vereinsmitgliedern? Einer davon ist Adrian Gottschlich, der bereits jetzt mit den Kochlöffeln klappert und in den Startlöchern für das neue Gehnbachfreunde-Projekt steht. Und dafür hat er mehr als einen Grund. Als Gehnbachfreund will er dem Verein unter die Arme greifen, nach dem Corona-Lockdown wieder so etwas wie ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln zu können. Als Koch sieht er im Gutshof Junkerswald großes Potential brachliegen und als Vater dreier unternehmungslustiger Kinder findet er es an der Zeit, das „einmalige Anwesen“, das auch den Nachwuchs zu Entdeckungstoren einlädt, aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Nicht nur die Ausflügler wird das Angebot freuen, auch die Gehnbachfreunde sind heiß darauf, am Freitag endlich loslegen zu können. Natürlich hoffen sie auf großen Zuspruch, weil es den Mitgliedern des gemeinnützigen Vereins neben der Bewirtung der Gäste am Herzen liegt, endlich auch wieder ein Gemeinschaftserlebnis zu haben, bei dem sie obendrein noch Geld erwirtschaften können. Denn Erlöse von ihren Festen oder Projekten gehen immer an St. Ingberter Vereine. Die gelockerten Corona-Bedingungen machen das „Biergarten“-Projekt möglich, was aber nicht bedeutet, dass mit der Hygiene lasch umgegangen wird. Im Gegenteil. „Die Sicherheit unserer Gäste liegt uns am Herzen. Auch bei uns werden die Abstandsregeln eingehalten und die Hände desinfiziert“, betont Heiner Dümmler. Die Toiletten würden halbstündlich kontrolliert.

Nun bleibt noch einiges bis zur Eröffnung zu tun. Es muss überlegt werden, wie die Tische „coronakonform“ stehen, und das Unkraut muss von der Terrasse entfernt werden. Schon jetzt sind die Gehnbachfreude gespannt, ob und wie die Wanderer den Gutshof als Pausenmöglichkeit nutzen und was die Gäste sagen, die einfach bei einem kühlen Getränk die Seele baumeln lassen wollen.

Bereits 40 Gehnbachfreunde haben ihre aktive Mitarbeit zugesagt, und auch der Vorstand ist ganz vorne an der Front im Bierwagen mit von der Partie. „Die ganzen Mitglieder finden das geil. Wir wollen damit auch das Zugehörigkeitsgefühl fördern. Das macht vor allem einen Verein aus, dass wir schnell auf geänderte Situationen reagieren können“, sagt der „Chef“ der Gehnbachfreunde.

 Solch ein toller Blick auf den Niederwürzbacher Weiher bietet sich demjenigen, der den Biergarten am Gutshof Junkerwald ansteuert.
Solch ein toller Blick auf den Niederwürzbacher Weiher bietet sich demjenigen, der den Biergarten am Gutshof Junkerwald ansteuert. Foto: Cornelia Jung

Die Aussicht vom Plateau am Junkerwald und auch die Aussicht auf Gäste beflügelt die Aktivitäten des Vereins. „Das ist hier zwar kein Drei-Länder-Eck, aber ein kleines Drei-Orte-Eck, das wunderschön ist. So was muss einfach reaktiviert und die Leute daran erinnert werden, dass hier mal Gastronomie war und auch noch ist.“, so der Vorstand. Und weil es dem Verein nicht an Ideen mangelt, könnten sie sich vorstellen, auch Musikvereinen für ihre Probe oder kleinere Auftritte am Junkerwald eine Bühne zu bieten. Interessenbekundungen sind beim Verein willkommen.