Gegen Windräder in der Biosphäre

Blieskastel. Die Kundgebung war von der Bürgerinitiative ursprünglich im Vorfeld einer Sitzung des Blieskasteler Stadtrates am selben Nachmittag geplant worden. Die war dann allerdings in den Mai verschoben worden

Blieskastel. Die Kundgebung war von der Bürgerinitiative ursprünglich im Vorfeld einer Sitzung des Blieskasteler Stadtrates am selben Nachmittag geplant worden. Die war dann allerdings in den Mai verschoben worden. Der Stadtrat hatte im November vergangenen Jahres mit der Stimmen-Mehrheit von CDU und Grünen einen Flächennutzungsplan Windenergie beschlossen, nach dem auf drei Flächen im Raum Böckweiler/Breitfurt der Bau von Windrädern grundsätzlich möglich sein soll (wir berichteten). Damit sollte einer Forderung der Landesregierung Rechnung getragen werden. Unter der damaligen Umweltministerin Simone Peter (Die Grünen) waren 2011 Windkraft-Anlagen grundsätzlich überall ermöglicht worden, sofern die saarländischen Gemeinden etwaigen "Wildwuchs" solcher Anlagen nicht über eine entsprechende Flächennutzungsplanung einschränken. Die Stadt Blieskastel hatte daraufhin wie auch die Nachbargemeinde Gersheim ein Planungsbüro beauftragt, das Stadtgebiet auf Eignung zur Windenergie-Gewinnung zu untersuchen.Nach Bewertung einer Vielzahl ausschließender Kriterien fiel der Focus am Ende auf die Höhenlage zwischen Böckweiler und Breitfurt. Dort könnten, so ein Vertreter des Planungsbüros vor dem Stadtrat, 18 Windräder Strom in einer Menge von 350 Prozent des Eigenverbrauchs der Stadt Blieskastel erzeugen. In den betroffenen umliegenden Dörfern regte sich Widerstand, zumal schnell Gerüchte von möglichen Investoren die Runde machten. Grundstückseigentümer seien bereits mit lukrativen Pachtangeboten angesprochen worden, selbst die Stadtwerke Bliestal hätten bereits Interesse bekundet, so war aus den Reihen der Windkraft-Gegner zu hören. Die in der Bürgerinitiative Böckweiler organisierten Gegner des Verfahrens wenden sich in ihren Veröffentlichungen nicht gegen Windkraft-Nutzung allgemein, sondern nur speziell in der Biosphäre Bliesgau. Das betonte zum Beispiel Redner Karlheinz Dörge auf der Kundgebung noch einmal. Sie sehen das Landschaftsbild und den Biosphären-Status durch industrielle Windenergie-Erzeugung gefährdet. Gewinne seien in dem "windschwachen" Gebiet ohnehin nur mit üppigen Subventionen und Abschreibungsmöglichkeiten zu erzielen. Derzeit sammelt die Bürgerinitiative Unterschriften für ihre Petition "Windkraftfreie Biosphäre", die anschließend an Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer überreicht werden soll.

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