Gefühlter Weihnachtsmarkt

Bebelsheim. Lässt man das Bärlauchfest an der Bebelsheimer Jungholzhütte, das am vergangenen Wochenende stattgefunden hat, Revue passieren, kommt man auch bei dieser Veranstaltung nicht am leidigen Thema Wetter vorbei. Der Vergleich fällt auch bei dieser Veranstaltung hart aus

Bebelsheim. Lässt man das Bärlauchfest an der Bebelsheimer Jungholzhütte, das am vergangenen Wochenende stattgefunden hat, Revue passieren, kommt man auch bei dieser Veranstaltung nicht am leidigen Thema Wetter vorbei. Der Vergleich fällt auch bei dieser Veranstaltung hart aus. War sie doch in den Vorjahren ein Garant für frühlingshafte Temperaturen sowie ein Magnet für Naturfreunde, Spaziergänger und Wanderer. Nein, das immerhin sechste Bärlauchfest des Hüttenwirts Peter Gaschott tanzt im Vergleich zu 2012 aus der Reihe. Wo sonst nach dem Mittagessen kaum ein Sitzplatz zu ergattern war, fiel einem die Wahl schwer, wo man sich hinsetzen wollte.

Wer denn überhaupt so mutig war, Platz zu nehmen. Denn es war kalt. Entsprechend in Winterbekleidung - meist mit Schal und Mütze - erschienen auch die Besucher. "Das hat ja fast was von einem Weihnachtsmarkt, nur eben im März und nicht im Dezember", ulkte ein Rentner aus St. Ingbert am Sonntagnachmittag. Auswahl herrschte auch noch genügend bei den angebotenen Speisen, denn sie waren im Gegensatz zum Vorjahr noch nicht ausverkauft. Ganz so negativ sah es jedoch ein Mann nicht. Und das war ausgerechnet der, dem man dies durchaus zugestanden hätte: Veranstalter Gaschott. Der Rohrbacher verwies zunächst einmal darauf, dass Ostern im Vorjahr eine Woche später war. "Ostern ist extrem früh und der Frühling extrem spät", sagte er im Gespräch mit der SZ. Und dennoch: Der Bärlauch sei da. Zwar nicht flächendeckend, aber immerhin.

Sein Sohn habe für über 400 Würstchen Bärlauch sammeln können. Es sei für ihn und sein Team dennoch ein schönes Fest, da man mit den Lieferanten und Geschäftspartnern ins Gespräch kommen könne. Dazu bleibe sonst übers Jahr nicht viel Zeit. Passend zum Festmotto gab es natürlich auch Bärlauchsüppchen, den entsprechenden -dip und auch am Stand der Bäckerei Ackermann das traditionelle -brot. Damit jeder den Bärlauch auch sehen und finden kann, fanden entsprechende Wanderungen statt.

Gaschott hatte zudem aber noch "Verluste" zu beklagen: Drei Händler sagten wegen des zu erwarteten kalten Wetters ab. Die Habkircher Irish-Folk-Band "Hexeschuss" meldete kurzfristig ihr Nichterscheinen, da es den Musikern zu kalt war. Kurzerhand sprang der Gitarrist Mathias Klahm von der St. Ingberter Band "Kelso" ein und rettete das Unterhaltungsprogramm des Bärlauchfestes 2013. Und dann muss man auch mal die Vorteile sehen: Endlich konnte man an den Ständen in aller Gemütsruhe stöbern und schauen, was es da für Leckereien gab.

Nichts da mit Gedränge und Schlange stehen. Ob Kräuter, Ziegenbratwurst, Ziegenkäse auf Brot, Feinkostsalami aus Frankreich und Spanien oder aber eben leckeres Bärlauchpesto, wahlweise mit Walnuss oder selbiger zusammen mit Tomate. Man fand Dinge, die Seltenheitswert hatten. Auch bei Katarzyna Holowacz gab es Ungewöhnliches: Die Betreuerin des Elsbeerenprojektes hatte verschiedene Pralinenkreationen vorbereitet, die sie die Besucher testen ließ.