Fußgängerbrücke bei St. Ingbert saniert aber noch nicht freigegeben

Fußgängerbrücke bei Rohrbach : Sanierte Brücke in der Au bleibt vorerst gesperrt

Bis zum Abschluss der Bauarbeiten an der Fußgängerbrücke über die Bahn dürfte laut der Deutschen Bahn noch einige Zeit vergehen.

Sie verbindet das Naherholungsgebiet Kléberweiher und die Au mit Rohrbach. Außerdem führt über sie eine beliebte Wander- und Radroute zum Kahlenberg. Die Rede ist von der Fußgängerbrücke in der Au, die über die Bahnstrecke Saarbrücken-Homburg führt. Einige Wochen war die Brücke gesperrt. Sie wurde saniert. Schon seit Tagen scheint sie aber fertig zu sein. Deutlich zu sehen ist der neue Bodenbelag. SZ-Leser Detlef Jungbär findet das klasse. Denn jetzt könne man wieder vom Wohngebiet Obere Blieskasteler Straße aus bequem den Wald mit seinen vielen schönen Wegen bis zu Pfalzsternhütte erreichen. Allerdings, so kritisiert Jungbär, könne er nicht verstehen, dass weder die Bahn noch die Stadt St. Ingbert die Öffentlichkeit über die Fertigstellung informiert hätten. Das, so Jungbär, sei ein Versäumnis. Da bleibe nur zu hoffen, dass die Stadt in der Lage sei, diese Brücke soweit zu pflegen und in Takt zu halten, wie man sich das als Spaziergänger, Radfahrer oder aber auch als Hundehalter wünsche.

Die SZ hat bei der Stadt St. Ingbert nachgefragt. Denn bei einem Ortstermin am Mittwochmorgen war die Brücke von beiden Seiten mit einem Gitter abgesperrt. Zwei Frauen, die mit ihren Hunden am Kleberweiher spazierten, bestätigten, dass bereits einige Leute die Brücke überquert hätten. Nach Angaben von Christian Lambert vom städtischen Umweltamt ist die Brücke aber noch nicht freigegeben. Deshalb habe es auch noch keine öffentliche Information gegeben. Auf SZ-Anfrage teilt ein Bahnsprecher mit: „Die Sanierungsarbeiten der betroffenen Brücke sind noch nicht vollständig beendet. Derzeit laufen noch Begutachtungen, deren Ergebnisse abgewartet werden müssen.“

Ein Blick zurück: Im Juli 2018 teilte die Deutsche Bahn (DB) Netz AG der Stadt mit, dass die Brücke gesperrt werden musste. Da sich die Brücke im Besitz der DB Netz AG befindet, gehe man davon aus, dass es sich bei dem Weg über die Brücke nicht um einen öffentlich-rechtlich gewidmeten Weg handele. Aus bahnbetrieblicher Sicht sei die Brücke nicht notwendig, weshalb man bei der Bahn auch kein Interesse an einer Instandsetzung habe. Es gebe auch keine Rechtsgrundlage, die das Unternehmen verpflichte, die Wegeführung aufrecht zu erhalten. Die Stadt wurde gebeten, kurzfristig zu entscheiden, ob sie das Bauwerk mit allen Lasten übernehme. Zudem wies die Bahn noch darauf hin, dass die Stadtwerke die Brücke durch eine Stromleitung mitbenutzen. Die Verwaltung gab das Thema schließlich an die Ortsräte St. Ingbert-Mitte und Rohrbach weiter. Beide Gremien sprachen sich gegen den Abriss der Fußgängerbrücke aus. Die Ortsräte sprachen sich weiterhin dafür aus, dass die Stadt die Brücke nach einer Sanierung von der Bahn übernehmen solle – mit allen Pflichten. Die Gremien hielten das Bauwerk für Rohrbach für unerlässlich. Es sei auch für das Erreichen der Naherholungsgebiete Kléberweiher und Kahlenberg wichtig.

Mehr von Saarbrücker Zeitung