Fundsachen unterm Hammer

St. Ingbert. Gegen zehn Uhr drängen sich zirka 30 Frauen und Männer und vereinzelt auch Kinder um eine Reihe aufgebauter Tische. Darauf liegen Handys, Ringe, Ketten, aber auch Jacken. All diese Gegenstände, die schon einmal Besitzer hatten, sollen nun neue bekommen. Denn an diesem Morgen findet im Kuppelsaal des Rathauses eine Versteigerung von Fundsachen statt

St. Ingbert. Gegen zehn Uhr drängen sich zirka 30 Frauen und Männer und vereinzelt auch Kinder um eine Reihe aufgebauter Tische. Darauf liegen Handys, Ringe, Ketten, aber auch Jacken. All diese Gegenstände, die schon einmal Besitzer hatten, sollen nun neue bekommen. Denn an diesem Morgen findet im Kuppelsaal des Rathauses eine Versteigerung von Fundsachen statt. "In der Regel machen wir das einmal im Jahr", sagt Klaus Schuh, der die Versteigerung leitet. Seine Kolleginnen Annette Barth und Isabelle Schmitt bringen die Fundsachen in die richtige Reihenfolge, so dass die Versteigerung ohne Verzögerung laufen kann. "Zum Verkauf kommen Sachen, die mindestens ein Jahr hier liegen", sagt Barth. Teilweise seien wertvolle Sachen dabei. "Und keiner fragt danach", wundert sich Barth. Dann ergreift Versteigerungsleiter Schuh das Wort und es wird ruhig im Saal. "Ich eröffne hiermit die Versteigerung", sagt Schuh und erklärt noch einmal die Regeln. Den Zuschlag bekomme der Meistbietende nach dreimaligem Aufruf. Bezahlt werde in bar. Als erstes kommt eine Digitalkamera unter den sprichwörtlichen Hammer, den Schuh tatsächlich aus Holz gearbeitet in Händen hält. 43 Euro werden letztendlich von einem Herrn geboten. "Zum ersten, zweiten und dritten", ruft Schuh während er sich umschaut. Mit einem Schlag des Hammers auf den Tisch wird der Kauf besiegelt. Gleich mehrere Handys werden an diesem Morgen ersteigert. Moderne Modelle mit Kamera gehen zu Schnäppchenpreisen von zehn, 15 oder 20 Euro weg. "Wenn Handys mit vollem Akku abgegeben werden, versuchen wir, den Besitzer noch zu finden", sagt Barth. Vergangene Woche sei es in einem Fall auch gelungen. Ein Schirm mit Damenhandschuhen sowie eine Perlenkette werden von Jutta Berrada ersteigert. Die gebürtige St. Ingberterin ist gerade zu Besuch in der alten Heimat. Sie hat die Neugierde in den Kuppelsaal getrieben. "Ich war noch nie auf einer Versteigerung", sagt Berrada. Sie hatte gehofft, eine Armbanduhr zu finden, da ihr eigene nicht mehr funktioniere. "Doch es war nichts Passendes für mich dabei". Auch Sascha Laßotta besuchte zum ersten Mal eine Versteigerung. Nach anfänglicher Zurückhaltung schlägt er später gleich mehrmals zu. So ersteigert er zum Beispiel ein Fahrrad und eine edle Damenhandtasche. "Sie ist ein Geschenk", sagt er lächelnd. "Hoffentlich gefällt sie."Besonders viel Geld brachten an diesem Morgen ein Goldring mit grünem Stein für 77 Euro und ein Crosswind-Fahrrad für 80 Euro in die Kasse der Stadt. Für Erheiterung bei allen Anwesenden sorgte ein ganz besonderes Fundstück: ein grüner Seppelhut samt Federn. "Das ist ein Einzelstück", scherzte Versteigerungsleiter Schuh. Doch auch damit konnte er die Gäste nicht überzeugen. Das gute Stück fand erst in der zweiten Runden einen Abnehmer. Ein junger Mann erstand den Hut für 1,50 Euro.

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