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Für Brummis wird es in Sengscheid eng

Kostenpflichtiger Inhalt: LKW-Irrfahrten im Hanfweg : Für Brummis wird es eng in Sengscheid

Ortsrat, Stadt und Anwohner des Hanfweges in Sengscheid suchten gemeinsam Lösungen für das „Lkw-Problem“ in ihrer Straße.

Der Beweis, dass es als Lkw-Fahrer nicht reicht, das Navigationssystem einschalten zu können, wird regelmäßig in Sengscheid erbracht. Denn dort verlassen sich einige Brummilenker oft nur auf die GPS-basierte elektronische Leithilfe, wären aber gut beraten, auch die Verkehrsschilder zu beachten. Eines davon spricht an der Ecke Hanfweg Birkenkopfweg eine deutliche Sprache: Einfahrt für Lkw verboten! Doch immer häufiger werden sie missachtet.

Eine Erklärung dafür, warum die tonnenschweren Fahrzeuge trotzdem immer wieder im Hanfweg stranden, meinen die leidtragenden Anwohner gefunden zu haben. Die Warn- und Hinweisschilder, die zu den Fehllei(s)tungen von Lkw und deren Fahrern führen, würden von diesen schlicht übersehen. Mit fatalen Folgen. Schrammen an Fassaden, beschädigte Dämmungen bis auf die Grundmauern, niedergedrückte Zäune und Mauern und noch einiges mehr gehen auf die Kappe der rollenden Mehrfachtonner (wir berichteten). „Früher haben die Fahrer wenigstens noch angehalten, wir hatten die Daten der Verursacher und konnten das so auch über deren Haftpflichtversicherung klären“, erzählt eine Anwohnerin. Doch die Zeiten seien vorbei. Meist sind die Fahrzeuge so schnell verschwunden, wie sie gekommen sind. Und da so etwas meist nachts passiere, sehe man oft nur noch die Rücklichter.

2016 gab es den ersten Vorfall, dann schien es ruhig geworden zu sein im idyllischen Sengscheid. Doch nun häufen sich diese „Taten“ wieder und die Anwohner sind ratlos. Weil die Geschädigten und Betroffenen sich nicht anders zu helfen wussten, suchten sie Hilfe bei der Stadt und dem Ortsrat. Ortsvorsteherin Irene Kaiser reagierte und berief einen Termin an der Straßenkreuzung am Birkenkopfweg ein, an der das Unheil wiederholt seinen Ausgang nahm. Mit dabei war Thomas Diederichs, im St. Ingberter Rathaus für die Abteilung Verkehr zuständig. Vorschläge der Bewohner des Hanfweges, wie das Festfahren und „Verkeilen“ großer Fahrzeuge in der sich verjüngenden Straße verhindert werden könnten, gab es gleich mehrere. Von einer Einbahnstraßenregelung, dem Errichten von Pollern über großflächige Kennzeichnungen auf der Straße bis hin zu größeren Schildern oder dem Anbringen von Bügeln quer über der Straße reichten die Ideen. Als Problem sehen die Anwohner, dass die Lkw überhaupt soweit in den Ort hinein kommen und nicht schon am Ortseingang auf ihren „Fehler“ hingewiesen werden. Weiteren Schildern stehen die Sengscheider kritisch gegenüber, denn was nützten die, wenn sie von den Fahrern nicht beachtet oder gelesen würden? Dabei vermuten die Anlieger, dass das Schild eingangs ihrer Straße, das fachgerecht an der rechten Fahrbahnseite steht, von den Fahrern wahrscheinlich erst gesehen wird, wenn sie bereits im Hanfweg stehen.

Als dagegen vor einiger Zeit wegen einer anderen Verkehrsmaßnahme rot-weiß gestreifte Barken aufgestellt werden mussten, habe es keine Zwischenfälle gegeben. „Das zeigt doch, dass die Maßnahme geholfen hat“, so die Ortsvorsteherin, „also müssten wir das doch nur weiterdenken. Es muss eine Lösung her, mit der sich alle anfreunden können.“ Und so soll sie, nachdem Thomas Diederichs einige Varianten mit den Bürgern diskutierte, aussehen: Ein zusätzliches zweites Schild auf der linken Straßenseite wird wiederholt auf das Durchfahrtverbot für Lkw hinweisen. Außerdem sollen im Hanfweg links und rechts zwei Blumenkübel für eine künstliche Verengung sorgen, die aber trotzdem die gesetzlich vorgeschriebene Straßenbreite von etwas mehr als drei Metern gewährleisten. Feuerwehr und Müllabfuhr können so weiterhin passieren. Dies seien Dinge, die die Stadt kurzfristig, spätestens bis Ende März, umsetzen könne. Sollte das alles trotzdem nicht fruchten, gibt es weitere Vorschläge. Vorerst hoffen aber alle Bewohner des Hanfweges, dass sich auch aufgrund der geplanten Maßnahmen so schnell kein großes Fahrzeug mehr in ihrer kleinen Gasse festfährt.