Führungswechsel in St. Barbara

Das St. Ingberter Altenzentrum St. Barbara verändert sein Leitungsteam. Von Qualitätsproblemen spricht der Träger Caritas, die es auch mit personellen Veränderungen zu beheben gelte. Kommissarisch hat zwischenzeitlich Paul Lösch, der das Caritas-Zentrum in Landstuhl leitet, das Ruder in St. Barbara übernommen.

St. Ingbert. Wenn Leitungspositionen plötzlich zur Disposition stehen, ist meistens was im Busch. Die Caritas etwa sucht für ihr St. Ingberter Altenzentrum St. Barbara gleich zwei Mitarbeiter in führender Funktion. Sowohl der Job eines Heimleiters als auch der einer Pflegedienstleitung sind dort derzeit zu besetzen. Wer im Internet unter dem Stichwort Pflegenavigator recherchiert, bekommt auch einen Fingerzeig zu den Hintergründen. Beim Qualitätscheck des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung, kurz MDK, schneidet St. Barbara nämlich nicht besonders gut ab. Das Bewertungsinstrument benotet Einrichtungen nach insgesamt fünf Kriterien: "Pflege und medizinische Versorgung", "Umgang mit demenzkranken Bewohnern", "soziale Betreuung und Alltagsgestaltung", "Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene" sowie einer "Befragung der Bewohner". Die Noten fließen in ein Gesamtergebnis, einer Endnote zusammen. Die MDK-Prüfung im Dezember 2011 ergab dabei für St. Barbara eine 2,3. Gut mithin alles in allem noch, aber im Vergleich doch weit unter dem Schnitt. Der Landesdurchschnitt liegt nämlich bei 1,3 (sehr gut). Heime in direkter Umgebung, ob Fidelis-Haus, Bruder-Konrad-Haus oder Mathildenstift in St. Ingbert schaffen es sogar, hinter dem Komma noch etwas besser zu sein als der Schnitt. Und auch in Neuweiler, Spiesen, Dudweiler, Friedrichsthal oder Ormesheim geben sich Einrichtungen keine Blöße.St. Barbara verliert bei den Ergebnissen der MDK-Prüfung besonders bei den Positionen Pflege/Versorgung (2,5) und Umgang mit Demenzkranken (2,8). Aber selbst bei der in anderen Einrichtungen erstaunlich einhellig positiven Bewohner-Befragung erreicht das Caritas-Haus nur eine vergleichsweise bescheidene Note 1,9.

Deshalb spricht auf Nachfrage unserer Zeitung der kommissarische Leiter des St. Ingberter Caritas-Hauses, Paul Lösch, auch von "ein paar Qualitätsproblemen", die das Haus derzeit aufweise. "Der Dienstgeber", drückt sich der Einrichtungsleiter des Caritas-Altenzentrums St. Nikolaus in Landstuhl etwas förmlich aus, "ist bestrebt, das Dienstverhältnis mit dem Leiter zu lösen". Gleiches gelte für die Pflegedienstleitung.

Im Caritasverband Speyer ist Thomas Weber für die Seniorenheime zuständig. Auf die Art der Qualitätsprobleme angesprochen sagt der Spartenleiter: "Die Ursachen kann man nicht an nur einem Punkt festmachen. Wir sind dabei, die Qualitätsdefizite zu beheben und zu verbessern." Dazu habe die Caritas ihre trägerinterne Fachberatung und Begleitung intensiviert und biete Unterstützung durch das benachbarte Caritas-Altenzentrum St. Josef in Blieskastel an. Die anstehenden Prozesse und Maßnahmen der Qualitätsverbesserung erfolgten in Abstimmung mit Pflegekassen, Medizinischem Dienst und Heimaufsicht.

Trotz der MDK-Beurteilung hat auch St. Barbara vor nicht allzu langer Zeit noch Pluspunkte gesammelt. Das Projekt "Heimverzeichnis", gefördert vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, hatte das Altenzentrum im vergangenen Jahr begutachtet und mit dem "grünen Haken" für Lebensqualität und Verbraucherfreundlichkeit ausgezeichnet. "Wir sind dabei, die Qualitäts-

defizite zu beheben und zu verbessern."

Thomas Weber, Caritasverband Speyer