Friedhof : Hassels Friedhof soll kleiner werden

Nach den Plänen der Ortsrates soll der Platz für einen kleinen Park genutzt werden. Schon im Winter beginnen die ersten Arbeiten.

Der Hasseler Ortsrat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, den Friedhof zu verkleinern. Damit folgte man einem Antrag der CDU-Fraktion. Veränderte Bestattungsformen und die demografische Entwicklung haben dazu geführt, dass bereits seit längerer Zeit eine größere Fläche auf dem Friedhofsgelände quasi brach liegt. Dabei handelt es sich um den Bereich vom Nebeneingang in der St. Ingberter Straße kommend bis zur Sandsteinmauer weiter oben.

Bereits im April hatte sich der Ortsrat die Situation vor Ort angesehen. Damals waren sich die Ortsratsmitglieder über Fraktionsgrenzen hinweg einig, den Eingang um etliche Meter nach hinten zu verlegen und abzugrenzen. Die dadurch entstehende Freifläche soll als Park genutzt werden. Der Ortsrat entschied sich bei der Abstimmung für die zweite Variante, die vom Umweltamt der Stadtverwaltung vorgelegt wurde. Dessen Vertreter Christian Lambert empfahl, zusätzlich noch die Fläche gegenüber den Urnengemeinschaftsgräbern miteinzubeziehen. Die andere Variante hätte diesen Bereich nicht beinhaltet.

„Die Zaunanlage wird hochgezogen bis zur ersten Gabelung. Die dadurch gewonnene Fläche bleibt voll zugänglich“, sagte Lambert. Ob es denn keine Alternative zum Zaun geben würde, wollte Michael Rinck, der CDU-Fraktionsvorsitzende, wissen. Das funktioniere in der Praxis nicht, da der Park andernfalls hinterher nicht angenommen werden würde, lautete das Argument von Lambert. Dafür könnten die Eingangstore am neuen Standort weiter genutzt werden. „Ein lebender Zaun wäre mir lieber“, untermauerte Albert Zitt, der SPD-Fraktionsvorsitzende, seine Vorliebe für Hecken oder ähnliches.

„Was passiert mit den historischen Gräbern?“, wollte Dieter Wirth wissen. Der Stadtarchivar und Hasseler Bürger sorgt sich um den Erhalt insbesondere von zwei Grabstätten. Das eine ist ein Grab eines Angehörigen der Familie von Villeroy und Boch. Das zweite Grab das eines ehemaligen Pfarrers. „Wir wollen das erhalten. Es ändert sich nichts“, sagte Michael Rinck (CDU). Man habe dies bei der Begehung wahrgenommen und es werde berücksichtigt, beruhigte Albert Zitt den Historiker. Dessen Kritik, wonach das Stadtarchiv nicht miteinbezogen worden sei, blieb unkommentiert. Die Grabsteine bleiben stehen, die Grabfelder selbst werden eingeebnet, lautete die Antwort von Christian Lambert. Derzeit sei dort alles ungepflegt. Durch die geplanten Maßnahmen werde sich der Zustand nachhaltig bessern, blickte der Verwaltungsmitarbeiter optimistisch in die Zukunft.

Vor allem werde der eigentliche Zuweg wieder freigelegt, so Lambert. Man könne die dritte Fläche doch als Parkplatz nutzen, meinte ein Bürger in der Sitzung. Dem sprächen der Bebauungsplan und die historische Sandsteinmauer entgegen, antwortete Christian Lambert.

In Kürze werden nun die Grabeigentümer angeschrieben oder ersatzweise durch Aufkleber am Grab entsprechend informiert. Über die kommenden Wintermonate werden die Baumstümpfe und die Fichtenbäume nahe der Mauer entfernt, die laut Lambert in einem schlechten Zustand seien.

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