Freundschaft starker Frauen

Die Begegnung mit Simone de Beauvoir, die von ihrem ersten Roman begeistert war, sollte ihr Leben verändern: Regisseur Martin Provost widmet sich in „Violette“ dem Leben der Autorin Violette Leduc, gespielt von Emmanuelle Devos.

. Die Kinowerkstatt zeigt den Film "Violette" (Frankreich, Belgien 2013) von Martin Provost mit Emmanuelle Devos, Sandrine Kiberlain , Olivier Gourmet, Catherine Hiegel und Jacques Bonaffé am Freitag, 6. Juli, um 19 Uhr, am Samstag, 7. Juli, um 20 Uhr, sowie am Sonntag, 8. Juli, und Montag, 9. Juli, jeweils um 20 Uhr. Verkannt und ungeliebt - so fühlte sich Violette Leduc, unehelich geboren. Aber sie hat den Mut, über intimste Gefühle und Erlebnisse zu schreiben - so stark, leidenschaftlich und poetisch wie keine Frau zuvor. 1945 begegnet sie Simone de Beauvoir und überreicht ihr den ersten Roman, der das Verhältnis zur ablehnenden Mutter behandelt. Simone ist hingerissen und beschließt, Violettes Karriere nach Kräften zu fördern. Damit beginnt eine lebenslange tiefe Freundschaft , getragen von Violettes unbändigem Durst nach Liebe und Selbstbefreiung durchs Schreiben und Simones unerschütterlicher Überzeugung, das Schicksal einer außergewöhnlichen Frau in ihren Händen zu halten...

In "Violette", der Geschichte der von Simone de Beauvoir geförderten Schriftstellerin Violette Leduc, der im November 2013 im Rahmen der Französischen Filmtage Tübingen/Stuttgart seine Deutschlandpremiere feierte, sind es gleich zwei Darstellerinnen, die dazu einladen, eine Autorin zu entdecken, die anfangs übersehen, später dann aber regelrecht vergöttert wurde - in Frankreich zumindest.

Ihren schriftstellerischen Durchbruch erlebte Leduc jedenfalls erst 1965 im Alter von 56 Jahren mit ihrem autobiografischen Roman "Der Bastard". Provosts Film setzt rund 20 Jahre früher an.

Unterteilt ist "Violette" in sieben Kapitel, benannt nach Personen oder Orten, die im Leben der 1907 im nördlichen französischen Departement Pas de Calais geborenen Leduc eine wichtige Rolle spielten.

"Der Film von Martin Provost schafft ... ein glaubwürdiges Milieu und nimmt einen richtiggehend mit in das Paris der 1950er und 60er Jahre, versprüht dessen Atmosphäre und vermittelt auf gelungene Art und Weise, wie man sich als Kunstschaffender in der Metropole gefühlt, wie man gelebt haben muss. Auch hierbei hat man das Gefühl "Genauso habe ich mir das vorgestellt!", ohne dass der Film zum Klischee wird", meint FilmktitikerinVerena Schmöller.

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