Freundschaft stand im Mittelpunkt

In der Oberwürzbachhalle gab sich am Sonntagabend der Musikverein Hochscheid-Reichenbrunn die Ehre. Beim traditionellen Konzert zum neuen Jahr ging es um die Freundschaft. Mit dabei waren die langjährigen Freunde aus Saint Herblain.

. 30 Jahre besteht in diesem Jahr die Partnerschaft zwischen dem Comité des Fêtes aus Saint Herblain und dem Musikverein Hochscheid-Reichenbrunn. Grund genug, "Jumelage" (Freundschaft) als Motto für das alljährliche Konzert (Leitung und Moderation: Horst Gönitzer) zum neuen Jahr zu wählen. Freunde haben auch immer was zu erzählen. Und so kam es, dass am Sonntagabend in der Oberwürzbachhalle Hans Tunnat - der Mann des Musikvereins, der die Fahrten und die Gegenbesuche der Franzosen organisiert - auf der Bühne stand. Da konnte er gleich den nächsten Titel "Vive la France!" von Jacques Brel anmoderieren.

Auch Musiker Jürgen Bastian konnte eine spannende Anekdote über eine Polizeikontrolle auf der Heimfahrt von St. Herblain beisteuern. Da passte auch "Les Gendarmes de Saint Tropez" von Raymond Lefebre, was Bastian ankündigte. Gespür für den Auftritt bewiesen dann die Trommler in Gendarmenmützen, die mit Wirbel den Dirigenten auf die Bühne ließen. Bei einem Konzert mit französischem Schwerpunkt dürfen Titel wie "La Mer" von Charles Trenet ebenso wenig fehlen wie das Schlager-Potpourri "Jacques Brel toujours" des gleichnamigen Belgiers, der 1979 verstarb.

Doch die Reichenbrunner setzten mit ihrem Freundschaftsmotto noch eins drauf. 80 Jahre alt wird der Musikverein in diesem Jahr. So lag es nahe, das "Zusammenspiel", welches man beim Jubiläums- und Kreismusikfest 2009 bereits mit den Freunden des Musikvereins "Lyra" veranstaltet hatte, zu wiederholen. Rund 70 Musiker befanden sich dann beim dritten Konzertblock auf der Bühne. Unter der abwechselnden Leitung von Horst Gönitzer (Hochscheid-Reichenbrunn) und Jürgen Nisius (Eschringen) gab es Werke wie "Ouvertüre on an early American Folk Hymn" zu hören. Diesen Titel kann man angesichts des Klangvolumens und nicht nur wegen der Anzahl der Musiker durchaus als großes Orchester bezeichnen.

Das kam beim Publikum genauso gut an, wie "El Camino Real" von Alfred Reed. "Wow" war da am Ende zu hören. Angesichts der Bandbreite von dramatisch bis romantisch und von schnell bis langsam - das Stück beschreibt den Weg durch Südamerika - kein Wunder. Auch "The Cream of Clapton" des gleichnamigen Pop-Gitarristen schien den Nerv der Konzertbesucher angesichts der Klassiker wie "Tears in Heaven" und "Leila" getroffen zu haben. Der Schlusstitel hingegen passte sozusagen wie die Faust aufs Auge: "Von Freund zu Freund", eine Polka aus Tirol offenbarte nochmals das Lebensgefühl der Musiker und wurde begeistert mitgeklatscht, ehe zwei Zugaben hermussten. Im ersten Konzertteil bewies das Jugendorchester LautStark (Leitung: Thomas Leinenbach/Moderation: Julia Hess) sein Können.

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