Freundschaft hält seit 25 Jahren

Seit 25 Jahren gibt es den Verein Freundschaft St. Ingbert-N'Diaganiao, der in dieser Zeit im Senegal einiges bewegen konnte. Jetzt zeigt eine Ausstellung im St. Ingberter Rathaus Bilder und Objekte, die im Laufe der Jahre zusammenkamen, und erzählt von den Erfolgen.

. Im Dezember dieses Jahres wird der "Verein Freundschaft St. Ingbert-N'Diaganiao" 25 Jahre alt. Aus diesem Anlass ist bis zum 24. Oktober im Kuppelsaal des St. Ingberter Rathauses eine Ausstellung zu sehen, die, angefangen mit Urkunden über einen Kooperationsvertrag mit der senegalesischen Gemeinde, über die Gründungsurkunde des Vereins bis hin zu Bildern und Infos über die verschiedenen Hilfsprojekte, einen Querschnitt der Vereinsarbeit zeigt. Zur Ausstellungseröffnung am Dienstag waren Mitglieder der ersten Stunde, aber auch Unterstützer dieses Freundschaftsvereins in den Kuppelsaal gekommen, wo neben Bildern und Dokumenten auch Gegenstände der senegalesischen Volkskunst ausgestellt waren, die einige der rund 45 Mitglieder des Vereins von Besuchen aus dem westafrikanischen Land mitbrachten.

Walter Klicker, seit 1990 Vereinsvorsitzender, ging auf den Anlass der Ausstellung ein: "Wir wollen damit den St. Ingbertern in Erinnerung rufen, dass es nicht nur die Freundschaft zu Radebeul und Saint Herblain gibt, sondern auch diese." Dabei wäre die Partnerschaft zu den Senegalesen ohne die Franzosen gar nicht zustande gekommen, wie Klicker sagte. Senegal, seit 1960 unabhängig, war die erste Kolonie Frankreichs in Afrika, weswegen schon aus dieser gemeinsamen Historie heraus die engeren Kontakte zwischen unserem Nachbarland und dem Senegal bestehen. Klicker skizzierte zur Vernissage die Partnergemeinde N'Diaganiao, die sich 130 Kilometer von Dakar entfernt in einer Savannenlandschaft befindet. Seit 1989 wuchs die Einwohnerzahl von 33 000 auf aktuell 55 000. Vor allem die hygienischen Verhältnisse galt es zu verbessern, weshalb sich in den frühen 80er Jahren ein Krankenpfleger und ein Beigeordneter aus Saint Herblain für einen Freundschaftsverein mit dieser afrikanischen Gemeinde stark machten. Es dauerte nicht lange, da zog die deutsche Partnerstadt St. Ingbert nach, nachdem der damalige OB Brandenburg von den französischen Freunden zu einem Afrikabesuch mitgenommen wurde.

Vier wichtige Aspekte

Die wichtigsten Punkte des damaligen Abkommens betrafen den Kampf gegen das Vordringen der Wüste, die Sicherung der Wasserversorgung, die Unterstützung bei der Eigenproduktion von Lebensmitteln und das Voranbringen schulischer Einrichtungen. Die Hilfsangebote und Kontakte sollten aber nicht nur auf die Stadtverwaltung beschränkt bleiben, sondern die Bevölkerung sollte mit einbezogen werden. Diese Idee führte zur Gründung des St. Ingberter Vereins, der auch finanziell von der Stadtverwaltung unterstützt wird.

"Fünf Cent gibt jeder St. Ingberter pro Jahr für den Senegal", so Klicker, der die materiellen Zuwendungen von rund 2000 Euro so verdeutlichte. Nicht viel Geld, mit dem aber in Afrika einiges bewegt werden kann. So wurden nach einem Brand feuersichere Öfen angeschafft, eine Schule wurde mit Möbeln ausgestattet. "Entscheidungen werden mit Respekt vor den dortigen Einwohnern getroffen", so Bürgermeister Pascal Rambaud bei der Eröffnung, "die Vereinsmitglieder ringen um die beste Lösung für die afrikanischen Freunde." Über das Internet ist der Verein stets in Kontakt mit der Partnergemeinde. Wenn diese Hilfe braucht, sind die deutschen Freunde immer nur eine E-Mail weit weg.