Kinderbuchautor: Freilaufkater und Flugangstkrähen

Kinderbuchautor : Freilaufkater und Flugangstkrähen

Der Kinderbauchautor Martin Klein präsentierte seinen Tierkrimi in der Albertus-Magnus-Realschule.

(red) Betont locker war der Aufritt des Potsdamer Kinderbuchautors Martin Klein vor 55 Mädchen und Jungen aus den Klassen 5b und 5d der Albertus-Magnus-Realschule in St. Ingbert. Die Schüler waren in Begleitung ihrer Lehrer Lisa Schmitt und Ingo Recktenwald in die Stadtbücherei in der Kaiserstraße gekommen, um eine abwechslungsreiche Lesematinee zu erleben.

Karin Mostashiri, Leiterin der Bibliothek, und Jürgen Bost vom St. Ingberter Literaturforum (ILF), schätzten sich glücklich, den stark gefragten Autor, der mehr als hundert Lesungen im Jahr bestreitet, dank Vermittlung des Friedrich-Boedecker-Kreises in St. Ingbert begrüßen zu dürfen. Auch für die Realschüler war der Schauplatz der Lesung kein Neuland, schließlich waren sie alle schon einmal in der St. Ingberter Bibliothek und hatten sogar ihre dort geltenden  Leserausweise dabei.

Der geborene Lübecker Martin Klein begann mit 21 Jahren ein Sportstudium, beendete es aber wegen einer Verletzung. „Fußballprofi wäre ich auch gern geworden“, sagt er. Mit 24 startete er den Versuch, als Garten- und Landschaftsplaner in Berlin Fuß zu fassen. Nebenbei begann er zu schreiben. Sein Karrierestart als Kinderbuchautor verlief wie im Bilderbuch. Der Debüttitel „Lene und die Pappelplatztiger“ erzählt von einem Mädchen, das unbedingt Fußball spielen möchte, und wurde ein überwältigender Erfolg. Mittlerweile gibt es das Lene-Buch schon in 14 Auflagen, es wurde 100 000 Mal verkauft.

In 27 Jahren literarischen Schaffens sind rund 60 weitere Titel dazugekommen. Den Gärtnerberuf gab Martin Klein erst auf, als er merkte, dass er genug Geld mit den Büchern verdienen konnte. „Bereut habe ich den Wechsel nie. Nach dem ersten Buch merkt man schnell, ob man Erfolg hat“, sagte der Autor, der sich in vielen seiner Bücher immer noch gerne mit Themen aus der Natur auseinandersetzt und ein besonderes Interesse für Tiere in der Großstadt hegt.

Im Mittelpunkt der Lesung stand der spannende im Berlin der Nachwendezeit angesiedelte Tierkrimi „Die Stadt der Tiere“, der die begeistert folgenden jungen Zuhörer in seinen Bann zog. Ein Bündnis unterschiedlichster Tiere findet sich hier zusammen, um solidarisch gegen die Machenschaften jener Zweibeiner vorzugehen, die aus Profitinteresse die natürliche Lebensgrundlage aller Geschöpfe zu zerstören drohen. Hier können Tiere sprechen, halten zusammen und sind sowieso schlauer als die Menschen.

Besonders angetan hatte es den eifrig mitdenkenden Zuhörern die zarte Liebe eines Freigangkaters zur Wohnungskatze Olivia: „Können Katzen küssen?“, lautete nur einer der Mitmachimpulse. Der Autor machte seinem eifrig mitgehenden Publikum ein tolles Kompliment: „Ihr formuliert Supersätze und habt ausgesprochen literarische Gedanken“. Selbstverständlich war die Fragerunde im Unterricht sorgfältig vorbereitet worden.

Martin Klein sparte auch nicht mit Lob für die St. Ingberter Stadtbücherei. Der Buchautor hob das angenehme Ambiente und den reichen Bestand an Medien und aktueller Kinder- und Jugendliteratur hervor. „Eine so schöne Bibliothek ist für eine Stadt dieser Größenordnung nicht selbstverständlich. Ihr könnt wirklich stolz darauf sein“, merkte er an.