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Frauen-Masters des Saarländischen Fußball-Verbandes in Saarbrücken

Hallenmasters der Fußball-Frauen : Sieben Außenseiter gegen die Übermacht

Der 1. FC Saarbrücken richtet das 18. Frauen-Hallenmasters an diesem Sonntag an der Hermann-Neuberger-Sportschule aus. Großer Favorit ist Regionalligist und Titelverteidiger 1. FC Riegelsberg, die DJK St. Ingbert ist zum ersten Mal dabei.

Das Volksbanken-Frauen-Masters gibt es seit dem Jahr 2003. Damals siegten anlässlich der Premiere die Fußballerinnen des FSV Jägersburg. 2013 konnten sich die Nordhomburgerinnen erneut in die Siegerliste eintragen. Mittlerweile ist jedoch die Mädchen- und Frauenabteilung beim FSV Geschichte. Rekordsieger mit insgesamt sieben Titelgewinnen ist der SV Dirmingen. In den vergangenen vier Jahren wurde allerdings das Masters von zwei anderen Clubs dominiert – 2016 und 2017 ging Platz eins jeweils an die DJK Saarwellingen. Anschließend konnte sich der 1. FC Riegelsberg zwei Mal in Serie an die Spitze des Klassements setzen. Nun liegt es also bei der 18. Auflage an der Konkurrenz, einen Titelhattrick der Riegelsbergerinnen zu verhindern.

Gespielt wird an diesem Sonntag, 16. Februar, in der Multifunktionshalle an der Sportschule Saarbrücken. Die Vorrunde beginnt um 13 Uhr und endet gegen 16.30 Uhr. In der Gruppe A treffen die SG Bliesmengen-Bliesransbach und die DJK St. Ingbert auf den FC Niederkirchen und den SV Dirmingen. Und in der Gruppe B hat es der Titelverteidiger 1. FC Riegelsberg mit dem SC Falscheid, 1. FC Saarbrücken II sowie dem FFC Dudweiler zu tun. Die jeweils beiden besten Teams jeder Gruppe ziehen ins Halbfinale ein, das um 16.40 Uhr beginnt. Nach der Partie um Platz drei (17.30 Uhr) steigt um 17.50 Uhr das große Finale.

Foto: SZ/Steffen, Michael

In der Qualifikation hatte sich mit 47,65 Punkten der FC Niederkirchen vor dem SV Dirmingen (44,45), 1. FC Saarbrücken II (21,00), dem als Titelverteidiger qualifizierten 1. FC Riegelsberg (20,10), der DJK St. Ingbert (14,25), dem SC Falscheid (10,90), FFC Dudweiler (10,35) sowie der SG Bliesmengen-Bliesransbach (6,25) durchgesetzt. Eigentlich hätte sich auch als Fünfter mit 15,50 Zählern der 1. FC Saarbrücken III qualifiziert. Es darf jedoch von einem Verein nur eine Mannschaft teilnehmen.

Der Verbandsligist SV Dirmingen startet direkt um 13 Uhr mit der Partie gegen die SG Bliesmengen-Bliesransbach (ebenfalls Verbandsliga) ins Turnier. Yannik Conrad aus dem Dirminger Trainerteam freut sich auf die besondere Atmosphäre in Saarbrücken. „Wir werden zunächst versuchen, die Vorrunde zu überstehen – und dann schauen wir, was geht. Wir haben einen großen Bus gemietet, mit dem wir geschlossen als Verein anreisen werden. Und vor der gemeinsamen Abfahrt wird sich noch zu einem Frühstück getroffen“, meint Conrad. In personeller Hinsicht könne man in Saarbrücken aus dem Vollen schöpfen. Zwei Tage vor dem Turnier steht in der Halle noch einmal eine Extra-Trainingseinheit auf dem Programm.

Beim Turnier-Auftaktgegner SG Bliesmengen-Bliesransbach wird die Außenseiterrolle bemüht. Trainer Dirk Dattge ist gespannt, was sein Team in der Multifunktionshalle erreichen kann. „Wir waren letztes Jahr Dritter, hatten seitdem aber einen kompletten Umbruch.“ Nur noch drei Akteurinnen aus dem Vorjahr stehen beim Verbandsligisten im Aufgebot „In der Halle sind ganz junge Spielerinnen am Start. Umso größer ist natürlich die Freude darüber, dass wir es geschafft haben“, meint Dattge. Die Hallenrunde würde enorm die Gemeinschaft fördern, da man immer wieder viele Stunden zusammen verbringt. „In Saarbrücken ist es unwichtig, ob du als Erster oder Achter der Qualitabelle hinfährst. Da werden die Karten neu gemischt. Viel wird von der Tagesform abhängen. Die jungen Spielerinnen sollen einfach nur die Atmosphäre genießen. Unser Verein setzt einen Bus ein“, sagt Dattge.

Auch beim Verbandsligisten DJK St. Ingbert herrschte nach der erstmaligen Qualifikation für das Masters Riesenjubel. „Wir werden den Kader mit etwas erfahreneren und jungen Spielerinnen mischen. Wir sind mächtig stolz auf die Mädels“, erklärt der Trainer Stefan Kunkel. Er wird sich allerdings beim Masters genau wie in der Qualifikation zurückhalten, erster Hallencoach ist die Spielerin Sonja Schenkelberger. „Wir haben uns die Teilnahme verdient und vor Ort überhaupt nichts zu verlieren. Ich bin auch noch nicht als Zuschauerin dort gewesen und freue mich jetzt auf alles, was auf uns zukommt. Wir werden mit einheitlichen T-Shirts anreisen“, sagt Schenkelberger.

Beim 1. FC Riegelsberg werden im Hinblick auf die Zielsetzung keine Kompromisse gemacht. „Wir wollen den Titel verteidigen. Mit keinem anderen Ziel fahren wir zum Masters“, betont Trainerin Melanie Klein. Sage und schreibe elf Mal hat die 37-Jährige das Masters gewonnen. Sieben Mal mit Rekordsieger SV Dirmingen. Je zwei Mal mit dem SV Furpach und mit dem 1. FC Riegelsberg.

„Ich denke, dass die Favoritenrolle klar uns gehört. Allerdings würde ich Dirmingen und Niederkirchen nicht unterschätzen. Beide haben in dieser Hallenrunde viele Turniere gespielt und waren dabei recht erfolgreich“, sagt Klein. Verbandsliga-Spitzenreiter SV Dirmingen und dessen Ligarivale 1. FC Niederkirchen haben in der Masters-Qualifikation zwar die meisten Punkte gesammelt. Letztlich dürfte der Weg zum Titel aber nur über den Tabellenfünften der Regionalliga führen.

Für Klein war der Sieg 2019 nach zehn Erfolgen als Spielerin der erste Titelgewinn als Trainerin. Nachdem sich der Titelverteidiger in der diesjährigen Qualifikation mit Turnierstarts zurückgehalten hat, sieht Klein beim Masters beste Voraussetzungen, um den Hattrick zu schaffen: „Im Gegensatz zu den drei Turnieren, die wir gespielt haben, werden beim Masters alle Stammkräfte mit an Bord sein – wir können dort aus dem Vollen schöpfen.“

Verbandsliga-Spitzenreiter SV Dirmingen kann in Saarbrücken um den Titel mitspielen. Topfavorit ist aber Regionalligist Riegelsberg. Foto: Stefan Holzhauser

In der Gruppenphase bekommt es Riegelsberg mit den Verbandsligisten SC Falscheid und FFC Dudweiler sowie mit Ligarivale 1. FC Saarbrücken II zu tun. Der FCS II um Trainer Klaus Moscherosch hofft darauf, dem Favoriten im ersten Spiel der Gruppe B um 13.34 Uhr ein Schnippchen zu schlagen. Und will noch in einer anderen Rolle eine gute Figur abgeben. „Wir sind dankbar, dass wir vom SFV mit der Ausrichtung betraut wurden und wollen in erster Linie ein guter Gastgeber sein“, sagt Winfried Klein, Abteilungsleiter der FCS-Frauen.