Franzosen, Deutsche und Polen feiern Elysée-Jubiläum

Franzosen, Deutsche und Polen feiern Elysée-Jubiläum

Das Elysée-Jubiläumsjahr biegt auf die Zielgerade ein. Man darf also annehmen, dass allmählich alles zum deutsch-französischen Freundschaftsvertrag gesagt ist – die Besucher des Festes in Frauenberg erlebten das Gegenteil.

Das Jubiläum "50 Jahre Elysée-Vertrag" ist für viele Menschen Anlass, die deutsch-französische Freundschaft zu feiern. Auch die Arbeitsgemeinschaft der Vereine von Habkirchen und ihr französisches Pendant auf der anderen Seite der Blies in Frauenberg hatte sich das geschichtliche Ereignis zum Anlass für ein deutsch-französisches Freundschaftsfest genommen.

Dabei setzte man in Habkirchen zunächst auf Symbolträchtiges: Zahlreiche Habkircher Vereinsvertreter versammelten sich am Zollmuseum und gingen dann zusammen mit dem saarländischen Europaminister Stephan Toscani, Landrat Clemens Lindemann und Ortsvorsteher Wieland Eckardt über die Freundschaftsbrücke. Dort kamen ihnen bereits der Saargemünder Bürgermeister Céleste Lett und der Frauenberger Bürgermeister Aloiys Hauck entgegen. Begleitet wurde die Gruppe von der Volkstanzgruppe Lautzkirchen und der Gruppe Trójczyce aus dem Partnerkreis Przemyl in Polen, mit dem der Saarpfalz-Kreis durch eine Partnerschaft verbunden ist.

In Frauenberg selbst wurde dann die neue Ortsmitte eingeweiht. Über eine Million Euro hat die Neugestaltung der Straße im Bereich der Rue du Pont De L'amitié und der Rue de L'eglise gekostet. Vor dem neuen Dorfbrunnen gab die polnische Volkstanzgruppe Trójczyce Kostproben ihres Könnens. Nach den Reden der Bürgermeister von Frauenberg und Saargemünd sowie weiterer Vertreter der französischen Nationalversammlung, erfolgte am Straßenrand der symbolische Banddurchschnitt zur Eröffnung. Symbolisch auch der gemeinsame Tanz der Volkstanzgruppen aus Polen und Lautzkirchen, die diese erst morgens gemeinsam einstudiert hatten. Wegen des plötzlich einsetzenden Regens konnte die Übergabe der Plakette "Freundschaft ohne Grenzen" sowie die Erstausgabe des deutsch-französischen Geschichtsbuchs an die beiden französischen Bürgermeister und den Habkircher Ortsvorsteher durch Europaminister Toscani erst verspätet im Zelt auf dem Place Saint Jacques erfolgen.

Reden bringen Besucher in Rage

Nicht unerheblicher Unmut regte sich bei den anwesenden Bürgern über den Ablauf der Feier. So äußerten sich viele Menschen sehr verärgert über die sehr langen - und aus ihrer Sicht übertriebenen - Reden bei der Einweihung der Frauenberger Dorfmitte. Was als kurze Ansprache seitens der Arbeitsgemeinschaft der Vereine von beiden Ländern geplant war, uferte aus. Fast eine Stunde dauerten die Grußworte. "Eine Zumutung ist das für uns ältere Leute. Wir können doch nicht so lange stehen", beklagte sich eine Rentnerin. "Wenn die beiden Bürgermeister aus Frauenberg und Saargemünd sich kurz gefasst hätten, wären wir nicht in den Regen gekommen", sagte ein Habkircher, der nicht genannt werden will. Kritik kam auch aus den Reihen der Habkircher Veranstalter. Die eigentlich vorgesehene Zeremonie sei nicht nur wegen des Regens Baden gegangen. Unzufriedenheit kam auch auf, weil Minister Toscani und Landrat Lindemann bei der Platzeröffnung zunächst nicht zu Wort kamen. Erst im Zelt bot sich ihnen die Möglichkeit. Bei der anschließenden Feier mit Sängerin Angela Branca und Pianist Andy Pink waren dann kaum noch Leute anwesend, da die Franzosen eine eigene Feier im Saal Saint Jacques veranstalteten.

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