Französische Frauen prägen den Weltgebetstag

Französische Frauen prägen den Weltgebetstag

Gersheim. "Ich war fremd - ihr habt mich aufgenommen" lautet das Leitwort des Weltgebetstags, der am Freitag, 1. März, auch in der Gemeinde Gersheim begangen wird. Für die Orte Bliesdalheim, Herbitzheim und Rubenheim findet die Feier um 17.15 Uhr in der protestantischen Kirche in Bliesdalheim statt. Es schließt sich eine Begegnung im ehemaligen Schulhaus an

Gersheim. "Ich war fremd - ihr habt mich aufgenommen" lautet das Leitwort des Weltgebetstags, der am Freitag, 1. März, auch in der Gemeinde Gersheim begangen wird. Für die Orte Bliesdalheim, Herbitzheim und Rubenheim findet die Feier um 17.15 Uhr in der protestantischen Kirche in Bliesdalheim statt. Es schließt sich eine Begegnung im ehemaligen Schulhaus an.

Die Gersheimer und Walsheimer treffen sich um 18 Uhr im Gersheimer Kulturhaus, während für den Bereich der Parr und Brenschelbach der Begegnungsort die katholische Pfarrkirche St. Martin Medelsheim sein wird. Dort beginnt die Feier um 18 Uhr. Die Teilnehmer treffen sich anschließend im benachbarten Pfarrheim. Der neue Mehrgenerationentreff ist um 17 Uhr Schauplatz des Weltgebetstages für die Niedergailbacher, während in Reinheim um 17 Uhr im Abbé-Stock-Heim Solidarität mit Frauen aus Frankreich demonstriert wird. Was heißt es, die Heimat verlassen zu müssen und plötzlich "fremd" zu sein? Diese Frage stellen sich Frauen aus unserem Nachbarland, die den Gottesdienst zum Weltgebetstag geschrieben haben. In über 170 Ländern der Erde gestalten Frauengruppen unterschiedlicher christlicher Konfessionen am ersten Freitag im März den Gottesdienst. Mit Gebeten, Liedern und kreativer Gestaltung lädt er alle zu einer Kultur des Willkommens ein. Mutig zeigen die Französinnen aber auch, wo unsere europäische Gesellschaft keine Willkommensgesellschaft ist. Alltäglicher Rassismus und rigide Asylgesetzte stehen im krassen Gegensatz zu den Worten Jesu Christi: "Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen" (Mt 25,35).

In Frankreich, wo über 50 Prozent der Bevölkerung römisch-katholisch ist, herrscht strikte in der Verfassung verankerte Trennung von Staat und Religion. Es gibt weder Kirchensteuer noch Religionsunterricht an staatlichen Schulen, dennoch ist der Glaube vieler Franzosen lebendig. Die Weltgebetstagsbewegung ist ein sichtbares Zeichen der christlichen Ökumene. Die Mitglieder des französischen Weltgebetstagskomitees aus sechs christlichen Konfessionen hoffen, dass Menschen auf der ganzen Welt bei ihrem Gottesdienst aufgerüttelt werden, solidarisch zu sein und "Fremde" willkommen zu heißen. Ein spürbares Zeichen dafür wird auch mit der Gottesdienstkollekte gesetzt, die Frauen- und Mädchenprojekte auf der ganzen Welt unterstützt. In Frankreich und Deutschland werden beispielsweise Projekte für Flüchtlinge und Asylbewerberinnen gefördert. ott

Hintergrund

Der Weltgebetstag ist eine große, weltweite Basisbewegung christlicher Frauen. Der Gottesdienst zum Weltgebetstag wird jedes Jahr von Frauen unterschiedlicher christlicher Konfessionen aus einem anderen Land vorbereitet, beispielsweise aus Malaysia, Frankreich, Ägypten oder von den Bahamas. Die Weltgebetstagsfrauen unterschiedlicher Konfessionen, Generationen und Bildungshintergründe zeigen sich solidarisch und übernehmen Verantwortung. ott

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