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Forschungsprojekt führt Kinder auf lehrreiche Tour in den Bliesgau

Forschungsprojekt führt Kinder auf lehrreiche Tour in den Bliesgau

Kinder sind die großen Nutznießer eines Forschungsprojektes, das auf saarländischer Ebene das Saar-Umweltministerium betreut. Erzieher und Förster erklären in Kooperation Interessantes über Nachhaltigkeit.

In insgesamt zwölf Bundesländern entwickeln Tandems, bestehend aus Förstern und Erzieherinnen, im Rahmen des länderübergreifenden Forschungsprojekts "Der Wald ist voller Nachhaltigkeit" neue Bildungsangebote zu Nachhaltigkeitsthemen für den Lern- und Erfahrungsraum Wald. Für das Saarland sind zwei erfahrene Förster und zwei Erzieherinnen aus dem Biosphärenreservat Bliesgau mit dabei. Der SaarForst-Förster Bodo Marschall arbeitet mit den Schülern der Montessorischule Hasenfeld in Oberwürzbach an einem nachhaltigen Waldthema. Das BNE-Tandem, bestehend aus SaarForst-Förster Matthias Beidek und den Erzieherinnen Nadja Wild und Nadine Lindinger, erforscht mit den Vorschulkindern der Protestantischen Kita Schwarzenacker das Thema Wasser. Wöchentlich gehen die Vorschulkinder in den Wald mit Knut, dem plüschigen Umweltforscher, der sie im Projekt "Wasser - Elixier des Lebens" begleitet. Am Pfänderbach in Schwarzenacker lernen die Kinder zum Beispiel, dass ein Bach aus einer Quelle entspringt und wie lebensnotwendig Wasser für Menschen, Tiere und Bäume ist. Sie lernen in der "Sprudelfabrik" wie Wasser für den Menschen trinkbar wird und wie es beispielsweise nach dem Toilettengang in einer Kläranlage wieder sauber wird. Dabei lernen sie auch, wie wichtig es ist, sauberes Wasser zu trinken und dass Wasser für uns Menschen ein kostbares Gut ist, überall auf der Welt.

Die Grundschüler der Montessori-Grundschule am Hasenfels Oberwürzbach sind im Wald alles andere als auf dem Holzweg, denn sie beschäftigen sich mit ihrem Förster Bodo Marschall im Projekt "Vom Baumsamen bis zum Bauklötzchen" mit der Entstehung von Bauklötzchen.

Pflanzen und Fällen

Zuerst pflanzen die Schüler Samen der Bäume, dann dürfen sie Forstwirten beim Bäume fällen helfen. Anschließend besuchen sie ein Sägewerk und erleben hautnah wie aus einem Baumstamm Bretter und Bohlen werden, bis sie schließlich in einer Schreinerei aus den Brettern ihre eigenen Bauklötzchen herstellen. Sicher haben manche "Bauklötzchen gestaunt", als sie von der Firma SAP AG noch mit Werkbänken und Arbeitsmaterialien unterstützt wurden. Die SaarForst-Förster Marschall und Beidek greifen in den Projekten auf ihre langjährige Erfahrung im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung zurück und lassen die Kinder die Verbindungen zwischen ihrem Leben und den Wäldern hier und weltweit erleben. Matthias Beidek ist im Wald ganz in seinem Element: "Hier fühle ich mich geborgen. Der Wald ist ein zuverlässiger Partner und sorgt nachhaltig für die Bereitstellung unserer elementaren Lebensgrundlagen. Ohne Wald wäre unsere Existenz in Frage gestellt."

Auch die Erzieherinnen Nadja Wild und Nadine Lindinger nutzen ihre pädagogische Ausbildung, um die Kinder in die nachhaltige Wassernutzung einzuführen. Nadja Wild kooperiert bereits seit fünf Jahren mit dem Biosphärenzweckverband Bliesgau und verfügt als "BNE-Begleiterin im Elementarbereich" über eine zusätzliche Qualifizierung im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung. Der Wald ist ein toller Lernort, gerade für die Vermittlung der Idee der Nachhaltigkeit. Ende des Jahres fließen die Ergebnisse der Projekte in eine Veröffentlichung ein, die Erziehern bundesweit Anregungen für die eigene Arbeit geben soll.

Das Forschungsprojekt wird auf saarländischer Ebene vom saarländischen Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, SaarForst und dem Biosphärenzweckverband Bliesgau unterstützt. Bei Rückfragen steht Stefanie Lagaly beim Biosphärenzweckverband Bliesgau gerne zur Verfügung, Telefon (0 68 42) 9 60 09 13, E-Mail: s.lagaly@biosphaere-bliesgau.eu.