Spende von Lebensmitteln in Rohrbach So helfen Foodsharing-Aktivisten ukrainischen Flüchtlingen

St. Ingbert/Rohrbach · In St. Ingbert werden weitere Geflüchtete erwartet. Deshalb freut sich die Stadt aktuell über jede Unterstützung.

Lebensmittel für Flüchtlinge in der Rohrbachhalle (von links): Desiree Wiltzius, Bianca Thobae, Thomas Debrand und Christine Scholl, alle Mitarbeiter der Foodsharing-Teams. Hani Al Nasrallah (rechts) ist Ansprechpartner und Übersetzer für die Flüchtlinge in der Rohrbachhalle.

Lebensmittel für Flüchtlinge in der Rohrbachhalle (von links): Desiree Wiltzius, Bianca Thobae, Thomas Debrand und Christine Scholl, alle Mitarbeiter der Foodsharing-Teams. Hani Al Nasrallah (rechts) ist Ansprechpartner und Übersetzer für die Flüchtlinge in der Rohrbachhalle.

Foto: Giusi Faragone/Stadt St. Ingbert/Giusi Faragone

Seit 2018 ist die Foodsharing-Initiative in St. Ingbert aktiv. Der erste „Fairteiler“ – ein Schrank, in dem Lebensmittel abgegeben und mitgenommen werden können, ist 2019 in der Videothek Tape-o-mania am Schmelzerparkplatz installiert worden und wird nach Angaben der Initiative häufig genutzt. Im März 2022 kam der zweite „Fairteiler“ in Hassel an der evangelischen Kirche hinzu, und im Mai dieses Jahres montierte das St. Ingberter Team einen Schrank im Modegeschäft „H&M“ vor den Umkleiden. Damit ist St. Ingbert die erste Foodsharing-Stadt, die einen „Fairteiler“ in einem Geschäft vorweisen kann, heißt es in einer Pressemitteilung der St. Ingberter Stadtverwaltung.

Foodsharing funktioniert nach folgendem Prinzip: Viele Lebensmittel werden gekauft oder geerntet und dann doch nicht verwertet. Bevor sie aber im Mülleimer landen, kann man sie im „Fairteiler“ ablegen und wird damit zum „Foodsaver“. Jeder, der vorbeigeht, kann einfach mal schnell reinschauen und mitnehmen, was er selbst brauchen kann. So werden weniger kostbare Lebensmittel verschwendet, und dem einen oder anderen Geldbeutel tut das sicher auch gut.

Die St. Ingerter Foodsharer sind aber noch in weiteren Bereichen aktiv, wie die Stadtverwaltung erläutert: Wo immer Unterstützung in Form von Lebensmitteln oder anderen Hilfen benötigt wird, sind sie zur Stelle. Derzeit kommen sie regelmäßig in der Ersteinrichtung für Flüchtlinge aus der Ukraine in der Rohrbachhalle vorbei. Sie bringen Süßigkeiten, Kuchen, Obst, Gemüse-Snacks und viele andere Leckereien mit, die man ohne Kochen vernaschen kann.

Derzeit ist die Rohrbachhalle eine Flüchtlingsunterkunft und gestaltet wie „eine Stadt in der Halle“ – mit Straßen, Wohneinheiten, Sanitäreinrichtungen und Gemeinschaftsräumen. Die Bewohner haben auf ihrem sehr begrenzten privaten Raum zwar ihre eigene Einrichtung und eigenes Geschirr, es gibt jedoch keine Kochgelegenheit. Die Mahlzeiten werden von einem Caterer angeliefert und von den Bewohnern selbst verteilt und anschließend gemeinsam oder auch allein verspeist. Danach wird aufgeräumt.

„Kürzlich fragten mich einige Bewohner nach Spielzeug, mit dem die Kinder im Spielbereich spielen können“, erzählt Foodsharerin Christine Scholl. Sofort habe sich die Initiative auf die Suche gemacht und zahlreiche Spiele, Spielzeuge oder Puppen für unterschiedliche Altersgruppen gesammelt. Das Hilfskonzept sei also nicht auf Lebensmittel begrenzt. „Wir helfen, wo es nötig ist“, erklärt Thomas Debrand, Mitglied der Initiative und Foodsharing-Beauftragter der Stadt, „und wir freuen uns, dass uns die Stadt so sehr unterstützt“.

In Kürze werden nach Angaben der Stadt weitere Flüchtlinge nach St. Ingbert kommen und dann auch im ehemaligen Karlsbergsaal untergebracht werden. Das Konzept in der Rohrbachhalle und im neugestalteten Karlsbergsaal ist offen: Jeder kann während der Öffnungszeiten zwischen 8 und 16 Uhr ein und aus gehen. „Freundliche Besucher sind jederzeit herzlich willkommen“, schreibt die Stadt. Bianca Thobae, Botschafterin der Foodsharing-Initiative, freut das besonders: „Dann werden wir auch im Karlsbergsaal in den nächsten Tag gleich mal vorbeischauen“. Mike White, Leiter der Abteilung Familie, Soziales und Integration bei der Stadt, ist sehr froh über diese tatkräftige Unterstützung: „Wir tun alles, damit es den Menschen in den Einrichtungen gut geht, aber dabei sind wir auf Hilfe angewiesen. Auch die persönlichen Kontakte sind für die Menschen sehr wichtig. Dem Foodsharing-Team gilt mein herzlicher Dank.“

Dieses ehrenamtliche Engagement des Foodsharing-Teams fordere viel Einsatz und hilfsbereite Menschen. „Wir freuen uns daher über jede Spende und über jeden, der bei uns mitmachen möchte“, fügt Bianca Thobae hinzu.

Infos zur Foodsharing-Initiative: https://foodsharing-staedte.org/de/stadt/st-ingbert oder Tel. (0172) 5 99 41 82