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Fitness-Parcours wurde am Ortsrat Hassel vorbei geplant

Ortsrat : Der Fitness-Parcours wurde am Ortsrat Hassel vorbei geplant

Vor Kurzem wurde ein neuer Fitnessparcours in Hassel eingeweiht (wir berichteten). Unterstützt wurde die Idee des St. Ingberters Rainer Bachmann durch den Verein zur Förderung der sozialen und kulturellen Belange in der Mittelstadt St. Ingbert.

Das fand auch der Ortsrat Hassel begrüßenswert. Nicht jedoch die Tatsache, dass man ihn zuvor weder über die Absicht, so einen Weg in seinem „Beritt“ anzulegen, informiert noch zur Eröffnung eingeladen hatte. Erst aus der Zeitung erfuhr Ortsvorsteher Markus Hauck von dieser Tatsache und bat die Stadtverwaltung um Aufklärung. Diese teilte mit, dass die für Umwelt und Friedhofswesen verantwortliche Fachabteilung bei der Einrichtung des Weges am Fröschenpfuhl lediglich unterstützend gewirkt habe. So sei sie bei der Geräteauswahl, der Durchführung der entsprechenden Preisanfrage und der Ausarbeitung des Gestattungsvertrages mit dem SaarForst Landesbetrieb behilflich gewesen. Federführend und derzeitiger Eigentümer sei allerdings der genannte Förderverein. Dessen Geschäftsführer Michael Quiring lieferte dem Ortsrat im Vorfeld zu dessen jüngster Sitzung einen schriftlichen Sachstandsbericht zum Trimm-Dich-Pfad, in dem sich zwar viele Informationen befanden, aber keine Erklärung, warum der Ortsrat ausgegrenzt wurde. „Es war keine Absicht, dass der Ortsrat bei der Einweihung nicht dabei war. Ich hätte bei der Einladung zum Pressetermin an euch denken müssen. Das war ein Versäumnis von mir. Ich entschuldige mich in aller Form dafür“, sagte Quiring in der Sitzung.

Mit dieser Geste war aber immer noch nicht die Frage beantwortet, warum man den Ortsrat nicht im Vorfeld in die Planungen einbezogen hatte. Denn dem Gremium ging es weniger um die Einladung zur Präsentation des Fitness-Parcours als vielmehr um eine frühzeitige Mitteilung. „Wenn man so was macht, was aus dem Vereinsleben heraus in die Öffentlichkeit wirkt, muss es eine Information an uns geben“, so Hauck, „komisch, dass man das an uns vorbei gemacht hat, zumal die Planungen ja schon seit einem Jahr liefen.“ Ähnlich sah es auch Albert Zitt (SPD): „Es kann nicht angehen, dass im Bereich Hassel was gemacht wird, ohne uns vorher zu informieren. Das ist eine Frechheit. Bei allem, was in Hassel passiert, ist der Ortsrat zu hören. Wenn die Zuwegung zum Pfad schlecht ist, kommen ja die Leute auch auf uns zu.“ Er war auch dagegen, die Unterhaltung des Parcours „anderen Stellen zuzuschieben“, wie es mit der Übertragung dieser Anlage in das Eigentum der Stadt ja angedacht ist. Rudolf Wendt (parteilos) sah es als Aufgabe der Stadtverwaltung an, zu einem solchen Pressetermin einzuladen, zumal der Weg bei späterer Übernahme durch die Stadt auch über die Haftung in die stadtteilbezogenen Haushaltsmittel des Ortes eingehe. „Die Ortsratsmitglieder müssen sich doch ein Bild davon machen können, was unter Umständen für Folgekosten auf uns zukommen“, gab auch Andreas Abel (CDU) zu bedenken. Nachdem Hauck zum wiederholten Male die Art und Weise der Kommunikation kritsierte, versuchte sich Michael Qiring zu erklären: „Ich wollte die Politik da eigentlich raushalten.“

Rinck entgegnete, dass der Ortsrat keine „Politik“ sei, sondern eine Interessenvertretung. „Aber das passt wieder zum Thema Missachtung des Ortsrates durch den OB“, fand der CDU-Fraktionsvorsitzende. Ursula Litzenburger (Die Unabhängigen) sah das Mitbestimmungsrecht dieses Gremiums mit Füßen getreten. Hauck bat darum, dass so etwas nicht noch einmal vorkommt: „Das ist keine ordentliche Vorgehensweise. So stellen wir uns die Zusammenarbeit in der kommunalen Familie nicht vor. Wir sind ein gewähltes Gremium, das übergangen wurde.“ Es sei schade, nicht einbezogen und gehört worden zu sein, denn dann hätte man noch Tipps zur Wegeführung anbringen können. Es missfalle den Hasselern, dass Entscheidungen, ihren Ortsteil betreffend, im „stillen Kämmerlein getroffen werden“. Denn man hätte gern teilgehabt an den Entscheidungen, vor allem weil der Ortsrat den alten Fitness-Pfad gern reaktiviert hätte, ihm aber das Geld gefehlt habe.