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Finanzierung des Abrisses der Tischtennishalle in St. Ingbert

Tischtennis-Halle : „Für einen Hallenabriss fehlt das Geld“

Mit knapp 99 000 Euro kann Millionenprojekt Tischtennishalle nicht gestemmt werden, sagt OB Wagner.

Dem St. Ingberter Oberbürgermeister wird öffentlich vorgeworfen, er verzögere den Abriss der maroden Tischtennishalle in der Gustav-Clauss-Anlage. Er soll bewusst Stadtratsbeschlüsse nicht oder nur widerwillig umsetzen. Dazu sagt Hans Wagner nun: „Ich bin Demokrat genug, um zu wissen, dass der Wille demokratisch gewählter Mehrheiten über das Geschick und die Zukunft unserer Stadt entscheidet. Ich richte mich nach diesen Mehrheitsentscheidungen, ich respektiere sie und setze sie um. Wenn allerdings genau diesen Mehrheitsentscheidungen andere Beschlüsse diametral im Wege stehen, dann hat sich der Stadtrat selbst blockiert. Und das ist so beim geforderten Abriss der Tischtennishalle.“

2015 waren 200 000 Euro im städtischen Haushalt veranschlagt für den Abriss der Halle, heißt es aus dem Rathaus. Pflichtgemäß habe die Verwaltung unter Führung von Oberbürgermeister Wagner verschiedene Verfahren in die Wege geleitet, um den Abrissbeschluss umzusetzen. So ein Gutachten des Büros WPW. Die Ingenieure kamen zum Ergebnis, dass die vorhandenen 200 000 Euro bei weitem nicht ausreichen. In ihrer Rechnung wird der Abriss selbst mit knapp 600 000 Euro veranschlagt, rund 70 000 Euro für diverse Ingenieurleistungen, 160 000 Euro für die notwendig werdende Verlegung einer Trafostation und schließlich 200 000 Euro für die Gestaltung des entstehenden Freiraums. Alles in Allem eine satte Million Euro.

Doch statt Geld nachzulegen, sei das Gegenteil passiert. Nachdem die Rechnungen der WPW-Ingenieure bezahlt waren, habe der Stadtrat am 4. Dezember 2018 den Betrag von 84 175 Euro umgewidmet, damit das ehemalige Lehrschwimmbecken der Südschule zum Speiseraum für die FGTS umgebaut werden kann. Sicherlich eine sinnvolle Maßnahme – aber das Geld dafür fehlt beim Abriss der Tischtennishalle, sagt Wagner. Es seien gerade noch 98 885,50 Euro vorhanden. „Wer von der Verwaltung die Umsetzung von Beschlüssen fordert, muss dafür sorgen, dass die Voraussetzungen gegeben sind. Im Falle der Tischtennishalle macht der Stadtrat genau das Gegenteil. Der Verwaltung dann nachzusagen, sie verzögere die Umsetzung der Beschlüsse des Rates, ist in höchstem Maße unseriös“, sagt der OB.