Feuerwehr setzt auf Funktionalität

Blickweiler. Die beiden Wehrführer Frank Anna und David Roberge erläuterten im Pressegespräch das Konzept eines Gerätehaus-Neubaus in Blickweiler

Blickweiler. Die beiden Wehrführer Frank Anna und David Roberge erläuterten im Pressegespräch das Konzept eines Gerätehaus-Neubaus in Blickweiler. "Das Vorhaben ist in der bauplanerischen Ausführung von einem Architekten erarbeitet, wir als Wehrführung zeigen den Bedarf und die weiteren Möglichkeiten innerhalb des Stadtgebietes auf", betonten Anna und Roberge, die Stadtwehrführer Michael Nehlig von Beginn an einbezogen. "Ziel ist es, ein funktionales, technisch funktionierendes und vor allem unter wirtschaftlich eng gesteckten Rahmenbedingungen machbares Neubauvorhaben darzustellen, dass auch auf andere Löschbezirke Anwendung finden kann", so Anna, der den überproportional hohen Anteil seines Löschbezirks an wichtigem Funktionspersonal, darunter zwölf Atemschutzgeräteträger, hinweist.

"Das Gerätehaus in Blickweiler ist eines der ältesten im Stadtgebiet, historisch aus den Anfängen der Nachkriegszeit erwachsen und mit modernen Funktionsbauten nicht zu vergleichen. Die Bausubstanz ist marode und den jetzigen Standards nicht entsprechend", zitierte Frank Anna aus dem Brandschutzbedarfsplan der Stadt Blieskastel. "Getrennte Umkleideräume, ein Raum für die Jugendwehr, ein Lager- und Werkstattraum, ein Büro sowie eine Nachrichtenzentrale fehlen, die Sanitärräume sind dringend sanierungsbedürftig, ein Um- oder Erweiterungsbau schwer möglich", so die Feststellung. "Vom Ortsrat Blickweiler gab es Bestrebungen, durch den Ankauf des Nachbarhauses eine kombinierte Lösung zum Umbau mit einem integrierten Dorfgemeinschaftshaus zu schaffen, was der Löschbezirk jedoch ablehnen musste", blickt Anna zurück. Seit 1994, dies belegen Presseberichte, weise der Löschbezirk auf die Notwendigkeit eines modernen, sicheren und zweckmäßigen Gerätehauses an einem neuen Standort außerhalb des zentralen Dorfplatzes hin, der Bedarf sei offensichtlich.

Als möglicher Neubau-Standort biete sich das städtische Gelände um die Turn- und Kulturhalle an. Christian Post, Architekt in Karlsruhe und gebürtiger Blickweiler, hat einen kostenlosen Plan erstellt, der sich am Grundbedarf orientiert. "Es werden vorgefertigte, nur noch vor Ort zu montierende Bauelemente verarbeitet. Die Aufteilung des Gebäudes ist klar, funktionell und einfach gegliedert", weist David Roberge auf das Konzept hin, das mit 387 000 Euro zudem überaus kostengünstig und vor allem leicht auf andere Löschbezirke übertragbar sei. "Es bietet die Möglichkeit einer standardisierten Bauweise für Blieskasteler Feuerwehr-Gerätehäuser mit deutlichen Kostenvorteilen als in der Vergangenheit", so die Wehrführung.

Auch Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener und Stadtwehrführer Michael Nehlig begrüßten das Konzept, ebenso der Ortsrat Blickweiler, der bereits Gelder im Stadthaushalt beantragte. "Es wäre ein verspätetes Ostergeschenk, wenn die derzeit dem städtischen Bauamt vorliegenden Pläne bald positiv zur Bearbeitung weitergereicht würden", hoffen die Blickweiler Wehrführer auf baldige Umsetzung.

Auf einen Blick

Die Gründung der Blickweiler Wehr reicht bis ins Jahr 1877 zurück. Vor diesem Zeitpunkt waren alle Bürger verpflichtet, im Brandfall mit Eimern zum Brandherd zu kommen. Die Erstellung des Spritzenhauses - heutiges Gerätehaus - erfolgte 1937, der Ausbau des Speichers zum Unterrichtsraum 1962. Der Löschbezirk ist personell im Aufwind, ihm gehören 23 Aktive, elf in der Jugend und 14 in der Alterswehr an. hh