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Festo-Werk Hassel: Schüler lernen Kunststoff kennen

Erlebnstag bei Festo : „Viel Arbeit in einem kleinen Bauteil“

Festo lud Schüler zu Kunststoff-Erlebnistagen in ihr Hasseler Werk ein. Dort erlebten sie die Vielfalt der Materialien.

Kinder und Jugendliche für Technik begeistern – das hat sich das Festo Lernzentrum auf die Fahnen geschrieben. Von den Kindergartenkindern bis zu den zehnten Klassen gibt es mittlerweile ein Angebot des Familienunternehmens, das je nach Alter mit dem Untertitel Erlebnis Abenteuer oder Begeisterung versehen ist, physikalische oder technische Prozesse spielerisch erklärt und die Kinder und Jugendlichen auch aktiv einbezieht. Bisher war dies auf die Bereiche Pneumatik und Elektrotechnik beschränkt, nun gab es auch einen Kunststoff-Erlebnistag bei der Festo Polymer am Diedesbühl.

Alfred Ermers, Leiter des Festo-Lernzentrums hatte die Idee zu diesen zwei Kunststoff-Schnupper-Tagen für Schüler der 9. und 10. Klasse, weil Kunststoff bei den bisherigen Angeboten zu kurz kommt. „Wir wollten gerade den Schülern der Abschlussklassen das Thema Kunststoff näherbringen und ihnen auch die Angst davor nehmen“, sagte Festo-Mitarbeiter Stephan Widmayer, der die zwei Schülergruppen mit einigen seiner Kollegen begleitete. Er findet, dass Kunststoff zu Unrecht verdammt wird.

Denn neben Plastikmüll, der sich als Verpackungsrest in Mengen in den Weltmeeren wiederfindet, gibt es das Material, das in der Industrie Verwendung findet und dort sehr begehrt ist. Niedriges Gewicht, leichte Formgebung sowie eine hohe Beständigkeit gegen Korrosion und die bei hohen Stückzahlen günstigen Herstellungskosten machen Gummi, Kautschuk und Co. zu einem vielseitigen Werkstoff mit großem Potential. Das können nun auch die zwölf Schüler der Albertus-Magnus-Realschule (AMR) und der Rohrbacher Gemeinschaftsschule einschätzen, die den Mitarbeitern im Global Production Center (GPC) in Hassel über die Schulter schauen durften.

Nach einem theoretischen Teil am Donnerstag, bei dem der Weg „vom Polymer zum Bauteil“ und das Spritzgussverfahren erklärt wurden, ein Werk-Rundgang anstand und erste Erfahrungen an einer Spritzgussmaschine gesammelt wurden, ging es einen Tag später in die Praxis. Die Schüler waren dabei, als Plastikteile ihre Farbgebung erhielten, schauten wie ein Qualitätsprüfer durchs Elektronenmikroskop, ließen sich die Funktionsweise eines Computertomografen zeigen, in dem Bauteile auf ihre Genauigkeit untersucht werden, und bekamen so vielfältigen Einblick in den Umgang mit Kunststoffen. Das Angebot der Firma stieß in den Schulen auf große Zustimmung. „Wir hatten viele Anmeldungen und mussten dann selektieren“, sagt Matthias Zimmermann, Lehrer an der AMR, „ich finde es Klasse, die Schüler auch mal an dieses Thema heranzuführen.“

Und wie fand die Zielgruppe die Kunststoff-Erlebnistage? „Festo hat mich schon immer interessiert. Da hat das gerade gut gepasst“, so Jason Sakraschinsky über das „Super-Angebot“. Auch Julièn Ruffing, der mal die Arbeitsabläufe in solch einer „Kunststofffabrik“ kennenlernen wollte, fand den Besuch des Hasseler Werks „cool“. Florian Deckarm kennt die Festo im Gegensatz zu seinen zwei Schulkameraden schon, denn er besucht gerade „Begeisterung Technik“. Andreas Bubel will so viel wie möglich von Festo sehen, denn von einem Pneumatik- und diesem Kunststoff-Workshop geht es in Kürze direkt zum Einstellungstest bei Festo. „Ich habe jetzt erlebt wie viel Arbeit in so einem kleinen Bauteil steckt“, staunte Nelson Schmitt.

Technikum-Leiter Michael Czeska brachte den Jugendlichen am Freitag die Funktionsweise der Maschinen näher. „Die Schüler sind sehr interessiert und stellen viele Fragen“, sagte er und hofft, dass die Erlebnistage nicht nur den Beruf des Verfahrensmechanikers etwas bekannter macht, sondern so auch für die Ausbildung bei Festo geworben wird.