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Ferien ohne Koffer im Kinderhaus St. Ingbert

Kinderschutzbund : Ferien ohne Koffer können spannend sein

Zu Besuch beim Ferienprogramm der städtischen Jugendpflege und des Kinderschutzbundes.

Sommerferienzeit ist Urlaubszeit. Das „Urlaub“ nicht immer bedeutet, mit einer Menge Gepäck weite Wege zu reisen, zeigt das dezentrale Ferienprogramm des Kreisjugendamtes. In St. Ingbert bieten der Kinderschutzbund und die Jugendpflege der Stadtverwaltung zwei Wochen lang „Ferien ohne Koffer“ an. Je 50 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren erleben hier eine Woche voller besonderer Abenteuer, für die man überhaupt nicht weit fahren muss.

Der Montag begann ganz traditionell als Kennenlerntag. Die Kinder erfuhren, mit wem sie die Woche verbringen werden, spielten zusammen und machten einen Stadtlauf. Dienstags stand dann die erste Busfahrt an – zum Besuch auf dem Theaterschiff Maria-Helena. Hier konnten die „Reisenden“ ausprobieren, wie sich Schauspieler auf einen Auftritt vorbereiten und lernten danach die Geschichte der „zweiten Prinzessin“ kennen.

Musikalisch und kreativ wurde es am Mittwoch. Mit dem Künstler Max Bousso fand ein Trommelworkshop im Kinderhaus in der Rickertstraße statt. Bousso stammt aus dem Senegal in Westafrika. Seit er in Deutschland lebt, ist er im Kulturbereich tätig und fördert den kulturellen Austausch zwischen Afrika und Deutschland. Schon bei vorherigen Projekten konnte der Kinderschutzbund ihn kennenlernen. Die Begeisterung der Kinder sprach für sich: Schnell stand fest, ihn wollten sie auch für das Programm der Ferienfreizeit engagieren. Gemeinsam mit ihm übten die Kinder, ihren Rhythmus zu finden, was Timing und Tempo unterscheidet und sangen sogar afrikanische Lieder. Fröhliche Musik, die weithin über die Rickertstraße zu hören war und den einen oder anderen Passanten neugierig auf den Schulhof schauen und mitwippen ließ. Außerdem wurden Trommeln, Regenmacher und Rasseln an diesem Tag selbst hergestellt. Aus Recyclingmaterial, wie Kronkorken, Konservendosen, Papier und mit jeder Menge Kreativität und Farbe entstand so eine individuelle Instrumentensammlung. Die Mitarbeiter und Jugendbetreuer hatten dafür bereits seit Wochen fleißig gesammelt.

Für die restlichen beiden Wochentage waren der Besuch eines Baumwipfelpfades und der historischen Ausgrabungsstätte im Wareswald geplant. Auch dort, so erklärte Ute Strullmeier vom Kinderschutzbund, gehe es interaktiv zu. Die Kinder können sich in einer Ausgrabung selbst als Jung-Archäologen versuchen und dürfen außerdem eine historische Hauswand errichten.

Wie in jedem Jahr war die Ferienfreizeit komplett ausgebucht. Besonders freute Strullmeier, dass viele junge Betreuer in diesem Jahr mit an Bord sind. Schon ab 16 Jahren kann man diese Aufgabe übernehmen. Einzige Voraussetzung ist eine Juleika-Schulung. Sollte sie noch nicht vorhanden sein, helfen die Organisatoren gerne, einen Kurs zu finden. Über das kommende Wochenende haben die Ehrenamtler erst einmal Pause. In der nächsten Woche wartet dann die nächste Gruppe auf ihre Urlaubsreise ohne Koffer.