FCH: Sancaktar und der Kampf mit dem hitzigen Temperament

FCH: Sancaktar und der Kampf mit dem hitzigen Temperament

Bei der 0:3-Niederlage des Fußball-Regionalligisten FC Homburg beim FSV Mainz 05 II am vergangenen Sonntag platzte Edin Sancaktar der Kragen. Als das Defensivverhalten seiner Mannschaft zunehmend zu wünschen übrig ließ, stürmte der Torwart des FCH aus seinem Strafraum und machte seinem Ärger über seine Vorderleute lautstark Luft.

"Als Torwart ist man immer auch ein bisschen der Abwehrchef", erklärt Sancaktar die Situation, mit der er "ein Signal setzen" wollte.

In Mainz half es nichts. Nun hofft der 22-Jährige, dass es am diesem Samstag um 14 Uhr, wenn Eintracht Frankfurt II im Waldstadion gastiert, besser läuft. Vor der Saison nach Homburg gewechselt, ist der Deutsch-Türke auf Anhieb zur Nummer eins im Tor des FCH avanciert - auch wenn er auf dem Rücken die Nummer 30 trägt. Zuvor spielte Sancaktar in der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund. Der Umzug aus der Großstadt Dortmund ins beschauliche Homburg hat dem im nordrhein-westfälischen Ratingen geborenen Spieler ganz neue Eindrücke vermittelt. "Als ich zum ersten Mal hier runter gefahren bin, habe ich mich gewundert, dass es in Deutschland so viel Wald gibt. Drei Stunden Fahrt und nichts als Bäume", erinnert sich der Torwart mit einem Lachen. Ihm gefällt die neue Umgebung. "Ich mag die Natur und genieße die Ruhe hier. So kann ich mich ganz auf den Fußball konzentrieren", berichtet Sancaktar, der mit seinen Teamkollegen Mario Klinger und Christopher Kullmann in einer WG in Zweibrücken lebt. Sportlich hat er in Homburg "von Anfang an einen sehr großen Erwartungsdruck von außen gespürt".

Das hitzige Temperament, das er auf dem Platz mitunter zeigt, bleibt in der Wohngemeinschaft außen vor. "Das hat mich in der Jugend lange verfolgt. Heute arbeite ich mit einem Mentaltrainer zusammen und habe gelernt, Beruf und Privatleben zu trennen", erzählt der 1,93 Meter-Mann, der in seiner Freizeit "Power-Yoga" betreibt, gerne kocht und Biographien großer Sportler wie des Tennis-Champions Roger Federer liest.

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