Fastnachtumzug durch die Innenstadt von St. Ingbert

Fastnachtsumzug : Die Narren begeistern mit ihren tollen Ideen

Fast 50 Wagen, Fußgruppen und Kapellen waren am Sonntag beim Fasenachtsumzug durch St. Ingberts Innenstadt dabei.

Fast 50 Wagen und Fußgruppen waren beim diesjährigen St. Ingberter Fastnachtsumzug dabei und bei manchen fragt man sich, woher sie die immer wieder neuen Ideen nehmen. Viele Stunden Arbeit stecken in manchen Kostümen, die in einer Motto-Gruppe nochmal so schön wirken. Da sorgten musizierende Gartenzwerge und die Simpson-Family für den richtigen Ton, die Mannschaft vom Rathaus per Fahrrad für den grünen Strom. Tierisch ging es auf dem Hobels bei der Kita St. Josef zu, während es bei den jungen „Kollegen“ von der Kita Herz Mariae „Manege frei“ hieß.

Freiheit für die Schäfchen auf dem Elsterstein forderten dagegen die Freien Wähler und die Junge Union Saarpfalz hatte den OB zum Thema, dessen Bildnis eine verbrannte Pizza in den Händen hielt, die das Logo der Stadt als Belag hatte. „Wagner-Pizza ist verbrannt“, so das Motto. Gib dem Affen Zucker heißt es ja sprichwörtlich. Im Falle der Hühner aus Neuweiler waren es Glückskekse, mit denen die als Chinesen verkleidete Truppe einen Drachen zähmte.

Zum Kaffeekränzchen gerade recht kamen die lebenden Sammeltassen von „Mir sin halt so“. Jede hatte ein anderes St. Ingberter Motiv auf dem „Bauch“. Die Sammeltassen seien jetzt hip, fürs Stadtmarketing ein heißer Tipp, hieß es auf dem „Beipackzettel“ dieser einfallsreichen Dengmerter. Kreativ kamen auch die Fastnachter des MGV Frohsinn daher, denn bei ihnen fielen Weihnachten und die Fasenacht am Umzug zusammen. Sie holten mit ihrer Kostümierung den ausgefallenen St. Ingberter Weihnachtsmarkt mit mehreren Weihnachtsmännern, dem Chriskindchen, Weihnachtsbäumen und Schneeflocken auf zwei Beinen nach. Gleich mehrere Gruppen begaben sich auf Zeitreise, so Dads Garage in die 50er und 60er Jahre, die KG „dann wolle ma emol“ fand sich mit ihrem Motto in der Hippiezeit wieder. Bei der Dengmerter Narrezunft ließen die „Narren ohne Grenzen“ die Kühe fliegen, die Hasseler Pfadfinder gingen mit „Space Maggi I“ in die Luft und viele Hexen hatten ihre Besen verlassen und zogen per Polonaise über die Kaiserstraße.

Vogelscheuchen, Steampunker, wilde Tiere, Kriegerinnen, Batmen und Disneyfiguren wechselten sich im bunten Straßenbild ab. Ständig veränderte der Zug sein Gesicht. Hier hatten die „ollen Dollen“ dank Hairspray die Haare schön, etwas weiter im Zug spielte das bei den Vogelscheuchen mit ihren riesigen Strohhüten keine Rolle. Sportlich ging es bei mehreren Teilnehmern zu: sogar 101-fach bei den Dalmatinern der DJK-SG, ebenso bei der Prinzengarde der Kirkeler Burgnarren, deren Mädels Höhenluft schnupperten sowie bei den Turnern des TV St. Ingbert, die immer wieder Salti schlugen. Einen besonders schönen Wagen hatten die Spieser, die ausgerechnet im Jubiläumsjahr keine Halle für ihre Veranstaltungen hatten und so bereits das zweite Mal in Folge ihre Kappensitzungen im Zelt abhalten mussten. Dafür hatten sie eine umso prächtigeren Auftritt bei der Straßenfastnacht, denn der Lkw der KV „Alleh Hopp“ fuhr einen Riesenpfau, der in einer goldenen Krone das amtierende Prinzenpaar trug.

Die „Hühner“ waren mit einem vierzehnfüßigen Drachen mit dabei im St. Ingberter Fasenachtsumzug. Foto: Manfred Schetting
Hingucker beim Umzug: Sammeltassen als neues Souvenir aus St. Ingbert. Foto: Cornelia Jung
Die Junge Union will die verbrannte Wagner-Pizza retten. Foto: Cornelia Jung
„Dia de los Muertos“ war hier das Motto. Foto: Cornelia Jung
Apropos Kommunalpolitik: Die Freien Wähler wollen die Freiheit der Schafe vom Elsterstein. Foto: Cornelia Jung

Gleich zweimal wurde dem Becker-Bier von seinen St. Ingberter und Rohrbacher Fans gehuldigt – in Form eines Riesen-Bierkastens und als XXL-Stubbi. Die Tanzschule Fess hatte mit ihren vielen Tänzern „Ein Ass im Ärmel“, ein paar Meter weiter begegneten sich in der Kirkeler „Welt der Spielzeuge“ Barbie und Super-Mario. Toreros, Teilnehmer eines Bootcamps, Cowboy und Indianer, der Froschkönig und der NKV auf Klassenfahrt vervollständigten das närrische Bild. Den Dengmerter Gaudiwurm ließen sich auch die französischen Freunde aus St. Herblain nicht entgehen, die mit ihren drei Prinzessinnen allerdings die weiteste Anreise hatten.

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