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Fastnachter nehmen schleppenden Wollspinnerei-Ausbau aufs Korn

Fastnachter nehmen schleppenden Wollspinnerei-Ausbau aufs Korn

Der St. Ingberter Fastnachts-Pin ist fertig. Der Anstecker kostet dieses Jahr 2,50 Euro und unterstützt den Fastnachtsumzug durch die Innenstadt. Als Motiv hat Alt-Ortsvorsteher Rainer Henrich die Baumwollspinnerei ausgewählt.

Das ungleiche Weisgerber-Paar - ein kleiner Mann in schwarzem Frack neben einer großen Frau in weißem Kleid und extravagantem Hut - hat eine klare Botschaft: "Mir wolle jetzt rin!" steht in der Sprechblase über der Fassade der Alten Baumwollspinnerei. Das alles auf eine Fläche, etwas größer als ein Zwei-Euro-Stück. Damit hat Alt-Ortsvorsteher Rainer Henrich dem neuen Anstecker der St. Ingberter Fastnacht einen politischen Anspruch verpasst. Das "Alleh Hopp!" am Fuß des kleinen Hinguckers kann neben dem fröhlichen Schlachtruf der Narren auch durchaus als unwirsche Aufforderung an die Verantwortlichen durchgehen: Beim Umbau der Baumwollspinnerei in ein Kulturzentrum dürften sie endlich mal auf die Tube drücken. "Seit sieben Jahren geht das Ganze jetzt. Wir wollen ja nicht im Jahr 2024 noch einmal den gleichen Pin rausgeben müssen", sagt Henrich zu seiner Idee und lacht. Seit 2004 gibt es zum St. Ingberter Fastnachtsumzug den Pin. Die Ideen dazu stammen von dem Alt-Ortsvorsteher selbst, die künstlerische Umsetzung lag lange Jahre in den Händen von Robert Berrang aus Rohrbach. 2010 gab es keinen Pin, nachdem der Maler gestorben war.

Mit dem Pin leistet der Heimat- und Verkehrsverein als Mitorganisator des Ereignisses einen Finanzierungsbeitrag. Etwa 12 000 Euro seien in den vergangenen Jahren über den Verkauf eingenommen worden, erklärt Henrich. In diesem Jahr wird der Umzugs-Anstecker teurer. Der Preis steigt von zwei Euro auf 2,50 Euro. Allerdings lägen auch die Produktionskosten schon über einem Euro pro Stück.

Ohne Ortsrat-Geld kein Umzug

Damit für den Umzug ein ordentlicher Betrag zusammenkommt, hält er den Preisanstieg für vertretbar. Der Umzug werde immer teurer, klagt Henrich. Früher hätten Firmen und Gastronomie das Spektakel unterstützt, doch das sei heute nicht mehr der Fall. "Ohne den Zuschuss des Ortsrates würde es gar nicht gehen." Der unterstützt nach Henrichs Worten den St. Ingberter Fastnachtsumzug mit 6500 Euro.

Der Fastnachts-Pin 2014 ist unter anderem in der Buchhandlung Friedrich, bei "Buch + Papier Klein" sowie im Rathaus zu bekommen.