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Familienhilfezentrum in St. Ingbert wurde eingeweiht

Familienhilfezentrum : Altes Arbeitsamt wird Wegweiser für Familien

Die Einweihung des Familienhilfezentrums in St. Ingbert macht das Quartett solcher Einrichtungen im Saarpfalz-Kreis komplett.

In der vergangenen Woche wurde das Familienhilfezentrum (FHZ) in St. Ingbert offiziell eingeweiht (wir berichteten). Dabei ist es gar nicht mehr so neu, denn einige der Anbieter von Jugend-, Kinder- und Familienhilfe, darunter die Awo, der Kreis, die Caritas und die Lebenshilfe, haben bereits vor einiger Zeit ihre Arbeit in dem Gebäude in der Spitalstraße aufgenommen. Im „Haus für alle Fälle“, das sich auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, die saarländische Sozialministerin Monika Bachmann und Landrat Theophil Gallo vom Keller bis unters Dach zeigen ließen, sind viele nützliche Angebote gebündelt.

Im Untergeschoss ist die Awo-Tagesgruppe untergebracht, wo Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren bei familiären oder schulischen Problemen Hilfe finden. Dort wird gemeinsam gespielt und gelernt. Im Erdgeschoss findet man die „Ambulanten Hilfen“, das sind offene Angebote wie Eltern-Kinder-Treff, Elternberatung und -kurse. Auch Familienhebammen sind hier Ansprechpartner.

Das Gesundheitsamt hat sich im ersten Stock einquartiert mit Kinder- und Jugendärztlichem Dienst, dem sozialen sowie dem zahnärztlichen Dienst sowie einem Angebot der frühen Hilfen. In der Etage darüber berät die Caritas in Erziehungs-, Ehe- und anderen Lebensfragen. Außerdem ist auf dem gleichen Flur „Inside out“, eine erlebnispädagogisch orientierte Offerte der Lebenshilfe zu finden, die Erziehungsbeistand und -beratung oder sozialpädagogische Familienhilfe leistet. Jugendamt und sozialer Dienst befinden sich eine Etage höher. Genauso wie die Förderzentren Edith Stein und Paul Josef Nardini, die sich um Menschen mit seelischen Behinderungen, psychischen Erkrankungen und Autismus-Spektrum-Störungen kümmern. Ganz oben im vierten Stock, der auf das ehemalige Arbeitsamt draufgesattelt wurde, „residiert“ die therapeutische Schülerförderung.

Das St. Ingberter Familienhilfezentrum ist neben denen in Homburg, Bexbach und Blieskastel das vierte im Saarpfalz-Kreis. „Wir können mit ihnen die gebotenen Unterstützungs- und Hilfeleistungen für unsere Familien sehr nahe an die Menschen heranbringen. Nähe schafft Vertrauen und die Akzeptanz der Einrichtungen ist in der Bevölkerung groß“, sagte der Landrat, der sich vor allem bei Klaus Guido Ruffing bedankte. Es sei die Idee des Geschäftsbereichsleiters Kinder, Jugend, Familie und Gesundheit beim Kreis gewesen, Zentren mit der „vorbildlichen Organisationsstruktur“ aufzubauen. Möglich wurden sie, weil die Kooperationsbereitschaft der Jugendhilfe im Kreis so groß ist. Der einmalige Charakter dieser Einrichtung werde auch durch den persönlichen Besuch der Bundesfamilienministerin unterstrichen. „Ich kann sie zu ihrem neuen Familienhilfezentrum nur beglückwünschen: Ein Haus, das in fast jeder Lebenslage Menschen, die Hilfe brauchen, und Menschen, die Hilfe geben, zusammenbringt, ist etwas ganz Besonderes. Es zeigt, dass eine gute Entwicklung möglich ist, wenn viele gemeinsam daran arbeiten – zum Wohle von Familien“, so Franziska Giffey, „vor allem die Kooperation von öffentlicher Hand und freien Trägern Hand in Hand an einem Ort ist modellhaft und verspricht Erfolg. Das ist beispielgebend für ganz Deutschland.“

2014 ging die Standortsuche für das FHZ in St. Ingbert los, im Mai 2016 begann der Umbau für den „Dienstleister der kurzen Wege“, wie Gallo das Angebot nennt, das mit dafür sorgen soll, dass die Bürger des Kreises überall gleich gut versorgt werden. „Das sind keine Luxusausgaben, sondern es geht um Menschen. Da darf es keine Diskussionen geben“, sagte der Landrat, nachdem er auf die Investition in Höhe von vier Millionen Euro einging, „vor allem wollen wir ein Wegweiser für Kinder sein.“

Die Installation des FHZ könne man gar nicht hoch genug bewerten, fand auch die Bundesfamilienministerin, denn nicht jede Familie schaffe es, ihr Leben ohne Unterstützung zu meistern.