Familie Ruffs kleines Feierabend-Paradies

Familie Ruffs kleines Feierabend-Paradies

Im zehnten und letzten Teil unserer Serie „Mein grünes Wohnzimmer“ stellt die vierköpfige Familie Ruff ihren Garten vor. Hier wird entspannt, gespielt und genascht. Denn Obst- und Gemüse-Anbau werden groß geschrieben.

. Vereine haben meist mit der Überalterung ihrer Mitglieder zu kämpfen. So war es für den Obst- und Gartenbauverein St. Ingbert wohl ein glücklicher Umstand, im vergangenen Jahr ein neues Mitglied in seinen Reihen begrüßen zu dürfen, das noch keine 40 Jahre alt ist. Er gehe wohl im Verein fast noch als Kind durch, scherzt Roman Ruff. Der gelernte Elektrotechniker startete gleich durch und übernahm den Posten des Pressewarts. Auch wenn der 37-Jährige durch seine Eltern in den Vereins-Job "hineinrutschte", war die Gartenarbeit für ihn selbst kein Neuland. "Ich habe schon immer Spaß am Garten gehabt. Meine Eltern hatten einen Gemüsegarten und auch ich habe Gemüse angebaut. Das liegt mir wohl im Blut", so der St. Ingberter, der sein grünes Wohnzimmer direkt am Haus in der St. Ingberter Kaiserstraße mit Blick auf die Gustav-Clauss-Anlage hat. Auch die Familie seiner Frau Ruth, die aus Nordrhein-Westfalen stammt, hatte einen Garten. Die junge Frau kümmert sich um die Blumen und schneidet die Beerensträucher, von denen es im rund 700 Quadratmeter großen Gartenreich einige gibt. Stachelbeeren, Johannisbeeren, die Kreuzung aus beiden, die Jostabeere, hier darf nach Belieben genascht werden. Doch der Garten gibt noch mehr her: Tomaten, Salat, Gurken, Zucchini, Kürbis und Peperoni, die "normalen Verdächtigen eben", wie das Paar meint. Im Herbstgarten präsentieren sich gerade Hokkaidokürbisse von ihrer schönsten Seite. Und dabei war die Pflanze mal so etwas wie ein Patient.

"Die Pflanze habe ich auf dem Markt geschenkt bekommen, weil sie nichts mehr war", so die 31-Jährige, und zeigt stolz auf die vielen orange leuchtenden Früchte, die sich von einem Strang ausgehend auf dem Boden verteilen. Auch die zwei Kinder Finja und Linus haben Spaß am und im Garten. Die Achtjährige baggert mit Hingabe in der sandigen Erde, während ihr dreijähriger Bruder mit der Schaufel hantiert. Ein richtiger Familiengarten also. Vorm Haus rauscht der Straßenverkehr, hinterm Haus ist es idyllisch. "Hier ist es schön ruhig und man kann direkt vom Haus in den Garten. Es ist ein schöner Spielplatz für die Kinder und wir können unsere Freizeit hier verbringen", sind sich die Ruffs einig.. Während die eine Hälfte des Gartens der Länge nach in Terrassenform gehalten ist, wo auch das Schildkrötengehege von Ruth Ruff sowie ein Teich, eine "Feierebene" und ein Trampolin Platz gefunden haben, wird die zweite Hälfte anderweitig genutzt. Normale Besucher sehen in dem Rasenstück wohl nur eine Art Weg, während Gäste die Hanglage auch deshalb zu schätzen wissen, weil die Kinder hier im Sommer eine Wasserrutsche haben oder Bobby-Car fahren können. Im Winter wird die Hanglage zum Schlittenfahren genutzt.

Es sei kein Designer- oder sogar Bilderbuchgarten, eher normal, wie das Ehepaar findet. Muss er auch nicht, doch als Ausgleich zum Beruf der beiden ist er durch nichts zu ersetzen. Und braucht man mal fachlichen Rat fürs grüne Wohnzimmer, findet der sich in einer Gartenzeitschrift, im Internet oder man "fragt einfach die alten Hasen vom Gartenbauverein".

Mehr von Saarbrücker Zeitung