„Es war auch schon schlimmer“

Auch wenn die Strecke nach der durchregneten Nacht noch gut zu befahren war, so hat das Wetter beim Mountainbike-Marathon in St. Ingbert einige Teilnehmer abgeschreckt. Den Sieg auf der Langstrecke sicherte sich gestern Sascha Weber.

Schon der Platz vor dem großen Festzelt ist gestern aufgeweicht. Tief durchfurcht von den Reifen gibt er unter den Füßen nach. Schnell hat sich an der Reinigungsstation für die Fahrräder eine Schlange gebildet, die meisten Fahrer spritzen sich selbst gleich mit ab, langsam werden unter all dem Schlamm auch Gesichter erkennbar. Doch so ganz neu ist das alles für den RSC St. Ingbert nicht. Schließlich ist es die 14. Auflage des Bank-1-Saar-Mountainbike-Marathons durch die St. Ingberter Wälder. "Und es war auch schon schlimmer", sagt Organisationsleiter Jörg Grünbeck. So wie vor zwei Jahren, als es nicht nur eine Nacht, sondern die ganzen Tage zuvor geregnet hatte.

"Eine Nacht Regen, damit kommt die Strecke eigentlich ganz gut klar", sagt auch Dirk Hemmerling. Und er sollte es eigentlich wissen. Hat er doch nicht nur an den Vortagen bei der Aufbereitung der Strecke mitgearbeitet, sondern am Sonntag auch die Kurzstrecke über 29 Kilometer gewonnen: "Ich bin ganz gut durchgekommen. Man muss halt gucken, dass man vorne bleibt. Und als dann zwei vor mir gestürzt sind, habe ich mir 50 Meter Vorsprung rausgefahren und habe dann mein Ding durchgezogen." Allem Regen zum Trotz.

Die Probleme durch das Wetter sind ganz andere. "Einmal machen die Muskeln schneller zu, da muss man dann aufpassen", sagt Peter Burgard vom RSC St. Ingbert, der bei der Jugend über die 29 Kilometer am Ende Vierter wurde. Und das kalt-nasse Wetter schlägt auch den Fahrern aufs Gemüt. "Das geht schon an die Motivation", sagt Burgard. Ist man erst einmal auf der Strecke, geht es. Aber der Weg dorthin stellt für einige schon ein unüberwindbares Hindernis dar.

"Wir hatten einen merklichen Einbruch bei den Nachmeldungen. Da sind es schon 150 Teilnehmer weniger als im vergangenen Jahr", sagt Grünbeck. Am Ende sind es zusammen mit dem Kids-Race am Samstag zwar immer noch fast 650 Teilnehmer, aber gerade die Unverbindlichkeit der Voranmeldungen hat Teilnehmer gekostet. Insbesondere bei den Hobbyfahrern, denen die Veranstalter um Grünbeck mit der geänderten Streckenlänge ja eigentlich entgegengekommen waren. Dennoch ist Grünbecks Fazit positiv: "Wir können zufrieden sein. Die Kurzstrecke ist ein voller Erfolg, auf der Mittelstrecke hatten wir die stärksten Fahrer der Region und auf der Langstrecke ja einen saarländischen Höhepunkt." Da sicherte sich nämlich der St. Wendeler Sascha Weber, der für CCD Differdange fährt, in einer überragenden Zeit unter drei Stunden den Sieg. Lange Zeit war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Niederländer Ramses Bekkenk, ehe Weber nach Bekkenks Sturz vorbeiziehen konnte. Ein Auftritt der auch Grünbeck beeindruckt hat: "Da hätte ich auch gerne einmal den einen oder anderen Profi als Konkurrenten gesehen."

Zum Thema:

Auf einen BlickLangstrecke: 1. Sascha Weber, CCD Differdange, 2:59:09,3 Stunden; 2. Ramses Bekkenk, 3:02:37,7; 3. Gijs Dohmen (beide Niederl.), 3:03:37.Mittelstrecke: 1. Jannik Lambert, RC Pfälzerwald, 1:51:36,4; 2. Philip Meiser, RV Hirzweiler, 1:55:11,2; 3. Tobias Blum, 1:56:25,8.Kurzstrecke: 1. Dirk Hemmerling, RSC St. Ingbert, 1:09:27,6; 2. Viktor Berto, 1:10:50,2; 3. Yannic Weyland, RSF Niederlinxweiler, 1:11:09,8. jbö

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