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Es feierten jung, jünger, alt, mittelalt und noch etwas älter

Es feierten jung, jünger, alt, mittelalt und noch etwas älter

Zur Eröffnung durfte natürlich der obligatorische Dialog zwischen dem Ortsvorsteher und dem Feiervolk nicht fehlen und auch das Kerwe-Singen vom Männerchor 1860 Rohrbach ging von statten: Die Rohrbacher feierten am Wochenende wieder ihre Kerwe.

. Am Wochenende war Kerwe-Zeit in Rohrbach . Und keine Kirmes beginnt dort ohne das Anschießen durch den Schützenverein Rohrbach und das Kerwe-Singen, das in diesem Jahr bereits zum 17. Mal vom Männerchor 1860 Rohrbach ausgetragen wird. Da steht im Hof auf der Bühne hinter der ehemaligen Wiesentalschule alles, was in Rohrbach singen kann. Nach der Kerweparade am Samstagnachmittag mussten sich die jüngste Sänger der Kita St. Johannes erstmal etwas gedulden, denn zuerst hatte Ortsvorsteher Roland Weber das Wort.

Zur Kirmes-Eröffnung durfte natürlich der obligatorische Dialog zwischen ihm und dem Feiervolk nicht fehlen. "Wem ist die Kerb?". "Unser.", "Und wem bleibt die Kerb?", "Uns.". "Und wer kriegt sie nicht?", "Dengmert!". Damit waren die Fronten geklärt. Nicht ganz, denn selbst der höchst offizielle "Wetterbericht" schoss seine Pfeile in Richtung der Mittelstadt ab. "In Rohrbach scheint die Sonne, in St. Ingbert lacht sie", so Weber. Dass auch in Rohrbach nicht nur eitel Sonnenschein an der Tagesordnung ist und manche Dinge auch dort ebenfalls länger brauchen, wusste man spätestens nach der Kerwered von Günter Weiland.

"An der Kerb 2000, exakt vor 16 Johr, in meiner ersten Kerweredd, es es schon klor, do hat uns domols schon gestört, dass die groß Umgehungsstroß, do unne beim Akkord, halt immer noch net fertig werd". Und dabei ist die Lösung nach Weiland so einfach: "Wenn's net so ernst wär.wär's zum Lache, sie bräuchte nur es Door, dort vorre uff zu mache." Man bräuchte nichts Neues mehr zum Schreiben, weil die Themen jedes Jahr die gleichen bleiben. Was man nicht wolle, werde umgesetzt, wie die Schließung des Hallenbades oder der Abriss des Sessellifts. Manche neu aufgerollte Themen wären schon zu Bodo Schiehls Zeiten in aller Munde gewesen. Und so hangelte sich Weiland durch 17 Jahre Rohrbacher Geschichte, ließ kaum einen Aufreger von Bahnhof, über Wurzelpfad bis TG-Halle aus. "So e Kerweredd is e feini Sach, liegt inhaltlich zwischen Ortsrat und Bundestach", reimt jetzt mal die Autorin dieses Textes. Die Weilandsche Rede brachte es auf den Punkt, die Leute zum Nachdenken und Klatschen. Moderator Martin Biedermann "zwangsverpflichtete" Günter Weiland für die nächsten zehn Jahre für die Kerweredd.

Eine Ausrede ließe er nicht gelten, es sei denn jener wandere nach Hawaii aus. Das ist nicht zu befürchten, schaute der amtierende Kerweredner doch selbst schon in die Kerwe-Zukunft: ""Ach ja...aa do'zu bleibt noch viel zu saan, womit mer wedda Theme hätte, für die nächste 10, 12 Kerweredde." Auf der Kerb wurden nicht nur gesungen, sondern auch im BüRo Bilder und Fotos ausgestellt und auf der Bühne Joint Ventures geschlossen. Denn Martin Biedermann bot den Sängern der beiden Kitas, der "singenden Zukunft" an, vom Kahlenberg hinabzusteigen und als Belohnung in den Einrichtungen Grillwürstchen und Pommes auszugeben. Von der städtischen Kita in der Detzelstraße wurde er selbst zum Mitsingen eingeladen.

So vermischten sich auf der Kerb "jung, jünger, alt, mittelalt und noch etwas älter", wie Roland Weber zu Beginn das Familiäre der Kirmes hervorhob, die noch mit einigen Angeboten an der Rohrbachhalle aufwartete. Sie sei trotz aller Bescheidenheit noch etwas Besonderes. Auch ohne Reitschule und Autoscooter, aber seit einiger Zeit wieder mit Straußbuwe und -mäde.