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Erstes Weinfest in der ehemaligen JVA in St. Ingbert

Weinfest in St. Ingbert : Wein und Musik bei bester Stimmung

Das zweitägige Fest des St. Ingberter Stadtmarketings in der ehemaligen Justizvollzugsanstalt bekam von seinen Gästen viel Beifall.

Früher saßen hier die leichten Jungs unter den schweren Verbrechern ein, heute wird hier kräftig gefeiert. Und als kriminell gut entpuppte sich die Stimmung im Innenhof der ehemaligen JVA in St. Ingbert am Wochenende. Das „Weinfest im Knast“ war fast schon ein improvisiertes Fest, wie Julia Haberer-Settele vom veranstaltenden Stadtmarketing lächelnd erzählt. Denn es wurde innerhalb weniger Tage organisiert, weswegen man nur wenige Tage zur Bewerbung hatte. Dennoch: Zwei ausverkaufte Öffnungen von dreien am Freitag und Samstag können sich sehen lassen. Das am Samstagmittag etwas weniger los war, lag sicherlich am verregneten Wetter, wie alle Beteiligten erzählten. Harald Baecker beispielsweise. Der „Salzmann“, wie er nur noch genannt werde, war mit seinen Produkten - vornehmlich eben aus Salz - vor Ort und lobte die lockere Atmosphäre. Viele Besucher schauten bei ihm vorbei, erfreuten sich an den vielen Natursalzen, Pfeffersorten oder Olivenölen. „Bei mir gibt es alles von A wie Afrikanischem Perlensalz bis zu Z wie Zizilianischem Zitronensalz“, wie er mit einem Augenzwinkern sagte. Direkt daneben veräußerten Denise und Jerome Bour vom Restaurant Jerome in der Kaiserstraße Austern von der Atlantikküste, hausgemachte Quiches und selbstgemachte Salzbutter mit eingelegten Oliven. „Es ist ein sehr gelungenes Fest“, fand auch Denise Bour. Vor allem war es ein Fest, bei dem Wein nicht fehlen durfte. Eine familiär und freundschaftlich verbundene Gruppe aus Dudweiler war wegen der guten Tropfen sogar mehrfach „im Knast“: sowohl beim ersten Durchgang am Freitagabend als auch am Samstagmittag. „Es war so toll, dass wir heute wieder gekommen sind“, sagte Antonio Bertucci, der mit seiner Frau Gisela Ott gekommen war. Ein „Riesen-Kompliment, dass dieser Ort lebt“, sprachen Christine und Ralph Schmidt den Organisatoren wie auch dem Veranstaltungsort aus. „Wir haben an jedem Stand etwas probiert“, fügte Gerdi Holzhauser hinzu und prophezeite gutgelaunt: „St. Ingbert ist eine Stadt, die Karriere macht“.

Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis wurde gelobt. Man bekam für 15 Euro einen der 21 Tische im Innenzelt zugewiesen. So war erstens der Abstand gewährleistet, und zweitens machte dies bei sechs Gästen einen Eintritt von jeweils 2,50 Euro. Der Wein kostete extra. Immer auch dem regionalen Gedanken verbunden, hatte man mit Weine Backes aus Rohrbach und Oswin Bauer vom Fachgeschäft Montebelluna aus St. Ingbert Händler aus der direkten Nachbarschaft vor Ort. Auch das Restaurant Jerome bot Weine an, französische natürlich. Zu einem Fest gehört Musik. So sorgte am Freitagabend Sänger und Gitarrist Werner Fünffrock mit seinen Stimmungshits von den 60ern bis in die Jetztzeit für gute Laune. Lenny Barkowski beendete den musikalischen Reigen am Sonntag mit Hits beispielsweise von Ed Sheeran. Am Samstagmittag nahm Akkordeonistin Nicole Jean die Besucher mit „auf eine musikalische Reise von Frankreich bis New Orleans“, wie sie es ausdrückte. Mit dabei waren Chanson-Klassiker von Edith Piaf und bekannte Swing- und Boogie-Woogie-Nummern. Gemeinsam mit den Highlander-Burgern von Torsten Becker, frischem Raclette von Maries Käsehütte und Biersorten der Brauerei „Herz und Heimat“ war das Weinfest eine runde Sache - die eventuell auch wiederholt wird. Denn auch Julia Haberer-Settele sah das Weinfest als Erfolg: „Die Leute waren gut gelaunt.“ Und was will man mehr in diesen Zeiten? Mit zum Erfolg habe die kurzfristig erteilte Erlaubnis seitens des Ordnungsamtes beigetragen. Man hangele sich ansonsten quasi von Tag zu Tag, was Veranstaltungen angehe. Die ehemalige JVA habe sich als Veranstaltungsort gut etabliert und weitere Feste und Auftritte werden sicherlich folgen, auch wenn jetzt noch nichts spruchreif sei. Sicher aber sei: „An Ideen mangelt es nicht.“