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Erneute Lesung zum Hölderlin-Jubiläumsjahr in St. Ingbert

Hölderlin-Abend in St. Ingbert : Erneute Lesung zum Hölderlin-Jubiläumsjahr

Zu einer Soirée-Veranstaltung „250 Jahre Friedrich Hölderlin“ hatte die Volkshochschule St. Ingbert in die Stadtbücherei eingeladen. Wo sonst bei literarischen Veranstaltungen fünfzig und mehr Besucher Platz finden, waren corona-bedingt nur fünfundzwanzig Teilnehmer möglich.

Ursula Ochs-Steinfeld und Albrecht Ochs lasen Texte des großen deutschen Dichters. Es ging an diesem Abend nicht darum, über Hölderlin zu sprechen, er sollte vielmehr selbst durch seine Texte zu Wort kommen. Gleichwohl gab Albrecht Ochs zunächst einen kurzen Überblick über die Vita des Autors, über seine Herkunft aus einfachen Verhältnissen, seine Kindheit im schwäbischen Lauffen und in Nürtingen, seinen Besuch der Klosterschulen in Denkendorf und Maulbronn, seinen Eintritt in die Eliteschule des Tübinger Stifts, wo er Freundschaft mit seinen Mitstudenten Hegel und Schelling, den späteren Philosophen, schloss. Das Tübinger Stift bildete die protestantischen Theologen des damaligen Herzogtums Württemberg aus.

Hölderlin entschied sich jedoch nach seinem Studium, statt Pfarrer zu werden, für den Beruf eines sogenannten Hofmeisters, das heißt eines privaten Hauslehrers. Diese Tätigkeit führte ihn nach Waltershausen in Thüringen, nach Frankfurt, aber auch in das französische Bordeaux. Eine fortschreitende psychische Erkrankung zwang ihn aber, sich völlig zurückzuziehen. Schließlich fand er bei einer Tübinger Familie Aufnahme und Pflege bis zu seinem Tod 1843.

Nach kurzen Ausführungen zur Rezeptionsgeschichte von Hölderlins literarischem Werk – als Autor nach seinem Tod lange unbeachtet und vergessen, wurde er erst Anfang des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt – las das Ehepaar Ochs zunächst Texte aus dem lyrischen Werk des Autors, Beispiele aus seiner Oden- und Hymnendichtung und Gedichte aus der Spätphase seines Schaffens. Es folgten Passagen aus dem Roman „Hyperion oder der Eremit in Griechenland“, dem Drama „Der Tod des Empedokles“ und aus Briefen.

Wegen der Nachfrage wird die Hölderlin-Soirée am Sonntag, 8. November, 17 Uhr, in der Stadtbücherei St.Ingbert, Kaiserstraße 71, wiederholt. Anmeldung ist wegen begrenzter Zuhörerzahl bis Mittwoch, 4. November, erforderlich. Infos bei der Geschäftsstelle der Volkshochschule St.Ingbert unter Tel. (06894) 13-720 oder vhs@st-ingbert.de.