Erleichterung im Waldstadion

Fußball-Regionalligist FC Homburg hat am Freitagabend den ersten Sieg des Jahres gefeiert. Beim 2:1 gegen den SSV Ulm fiel der Siegtreffer fünf Minuten vor dem Ende. Zwei Homburger hatten dabei besondere Nervenstärke bewiesen.

Pascal Reinhardt muss gute Nerven haben. Als der Stürmer des FC Homburg am Freitag im Spiel gegen den SSV Ulm zum Elfmeter anlief, konnten viele der 544 Zuschauer im Homburger Waldstadion kaum hinschauen. Zu viele Strafstöße hatte der FCH in dieser Saison ungenutzt gelassen. Doch Reinhardt verwandelte in der 30. Minute sicher zum 1:1. Es war der Grundstein für den Homburger 2:1-Sieg und den ersten dreifachen Punktgewinn für den saarländischen Fußball-Regionalligisten in diesem Jahr.

"Ich habe mich sicher gefühlt und ihn einfach reingehauen", freute sich der Schütze nach dem Spiel sichtlich und fügte hinzu: "Endlich haben wir mal wieder ein Spiel gewonnen."

Dabei sah es eine halbe Stunde lang so aus, als würde die sportliche Krise der Grün-Weißen auch im fünften Spiel nach der Winterpause weitergehen. Bei den Gastgebern lief in den ersten 30 Minuten der Partie wenig zusammen. Ulm nutzte die Gelegenheit und ging in der zwölften Minute durch Goran Lovre mit 1:0 in Führung. Dass er dabei vom Tiefschlaf der kompletten Homburger Hintermannschaft profitierte, ließ die Verunsicherung der Gastgeber erahnen.

Nach 30 Minuten schloss Carsten Lutz einen Alleingang über den halben Platz mit einem Schuss an den Ulmer Torpfosten ab. Es sollte nicht der letzte Aluminium-Treffer an diesem Abend sein. Nachdem Ulms Maximilian Gebert Lutz Radojewski beim Nachschussversuch im Strafraum regelwidrig von den Beinen geholt hatte, kam es zu besagtem Elfmeter. "Wir wussten nach dem 1:1, dass wir jetzt im Spiel sind. Danach waren wir spielbestimmend", kommentierte der erleichterte FCH-Trainer Christian Titz den Spielverlauf. Tatsächlich drückten die Gastgeber den SSV nun zunehmend in dessen Hälfte. Von Ulm kam offensiv nur noch wenig.

Neun Minuten waren in der zweiten Halbzeit gespielt, als Lutz zum zweiten Mal am Ulmer Torpfosten scheiterte. Wie schon bei den beiden 1:1-Unentschieden gegen Wormatia Worms und den KSV Baunatal drohte der FCH erneut ein Opfer der eigenen Abschluss-Schwäche zu werden. Dieser Verdacht erhärtete sich noch, als auch der eingewechselte Dennis Gerlinger in der 79. Minute nur den Torpfosten traf. Allerdings hatten auch die Ulmer Spatzen zweimal Pech, als Ruben Garcia Rodriguez in der sechsten Minute und Daniel Reith (64.) am Torgebälk scheiterten.

Erst fünf Minuten vor dem Ende brachte der 2:1-Siegtreffer durch Claudio Bellanave die Erlösung für den FCH. "Wir haben so lange gedrückt, dass der Ball einfach irgendwann rein musste", sagte der überglückliche Torschütze. "Ich spiele schon lange Fußball, aber so ein Brocken hat mir noch nie auf dem Herzen gelegen. Aber der ist jetzt weg", schloss Bellanave und strahlte dabei mit dem Flutlicht um die Wette.

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