Enkeltrick in St. Ingbert: Frau um mehrere 1000 Euro gebracht

Enkeltrick in St. Ingbert : Betrüger überrumpeln Seniorin (89) und erleichtern sie um mehrere tausend Euro

Zur gleichen Zeit versuchen Unbekannte, auch in Saarbrücken und Blieskastel Opfer übers Ohr zu hauen. Und das ist in jüngster Zeit nicht das erste Mal im Saarland.

Nach mehreren gescheiterten Versuchen in jüngster Zeit ist nun eine Frau in St. Ingbert am Donnerstag (19. September) Opfer der Enkeltrickmasche geworden. Die Täter ergaunerten mehrere tausend Euro von der Seniorin, wie Stephan Laßotta vom Landespolizeipräsidium in Saarbrücken am Freitagmorgen informiert.

Demnach hatten die Unbekannten die 89-Jährige zuvor mächtig unter Druck gesetzt. Elf Mal rief ein Mann bei ihr innerhalb kürzester Zeit an. Zwischen 16.30 und 18 Uhr rappelte der Apparat immer wieder, sie wurde förmlich terrorisiert. Der Fremde am anderen Ende der Strippe gab sich als ihr Enkel aus. Er sei in finanzieller Not, wollte aber seiner Mutter zum 50. ein Präsent bereiten. Und genau das war der Grund, warum die St. Ingberterin auf den faulen Trick hereinfiel: In der Tat feierte nämlich jemand in ihrer Familie 50. Geburtstag.

So ließ sich die Frau von dem Betrüger darauf ein, Bares aus ihrer Wohnung zu nehmen und sich mit einem Boten außerhalb ihrer vier Wände zu treffen. Der Fremde nahm bereitwillig die große Summe entgegen und verschwand auf Nimmerwiedersehen.

Die ganze Sache flog auf, als die so über den Tisch Gezogene bei einem Verwandten anrief, der von dem vermeintlichen Enkel während des Telefonats genannt worden war. Der wusste aber rein gar nichts davon. Und so kam die faule MAsche ans Tageslicht und die Polizei ins Spiel.

Deren Sprecher Laßotta geht davon aus, dass die Frau nichts mehr von ihrem Geld sehen wird. Es sei Kalkül, durch permanente Anrufe die Opfer mürbe zu machen und zu verunsichern. Dann holten sich die die so unter Druck Gesetzten keinen Rat mehr.

Immer wieder überraschend für die Ermittler, wie viel Geld Menschen wie in diesem konkreten Fall zuhause horten, statt es auf einem Bankkonto zu deponieren. Dabei setze die Polizei gerade bei betagten Menschen, darauf, dass Bankangestellte hellhörig werden. Denn die ältere Gerneration hebe zumeist Bares nicht am Automaten ab, sondern lasse es sich an der Kasse von einem Mitarbeiter auszahlen. In der Regel falle es auf, wenn Menschen sehr nervös reagieren, wollen sie erhebliche Summen haben. Sicherlich gehe es die Bediensteten nichts an, wofür ihre Kunden das Geld brauchen. Aber im persönlichen Kontakt sei dann die wohlgemeinte Frage schon erlaubt, warum ein Mensch so ungewohnt auftritt. Darauf weise die Polizei Banken und Sparkassen auch hin.

Ungeachtet des aktuellen Falls sollen sich am selben Tag Anrufer auch bei Menschen in Saarbrücken und Blieskastel mit ähnlicher Masche gemeldet haben. Laßotta: „Hier haben die Angerufenen das Gespräch aber sofort beendet.“

Erst kürzlich hatten Täter das Saarland mit einer Reihe von Versuchen überzogen, mit betrügerischen Anrufen ans Geld ihrer Opfer zu gelangen. Ob als Handwerker oder falscher Polizist ausgegeben oder eben als der in finanzielle Schieflage geratene Enkel. Dabei hatten es die Unbekannten ebenfalls auf Ältere abgesehen.

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