„Elternbeiträge sind zu hoch“

Die kürzlich beschlossene Erhöhung der Elternbeiträge in den städtischen Kitas führt aus Sicht der SPD zu einer Belastung, die kaum noch zu vermitteln sei. Für Krippenplätzen fordere St. Ingbert jetzt landesweit am meisten.

Die SPD-Stadtratsfraktion St. Ingbert hat in der Sitzung des Stadtrats im Dezember gegen eine Erhöhung der Elternbeiträge für die Betreuung in den städtischen Kindertagesstätten gestimmt (wir berichteten). Diese Elternbeiträge seien in den letzten Jahren auf ein Niveau geklettert, das kaum mehr zu vermitteln sei, so die Begründung. Der bisherige Beitrag für einen Krippenplatz mit monatlich 350 Euro habe bisher schon weit über dem Mittelwert der Elternbeiträge für kommunale Kindertageseinrichtungen im Saarland von 315 Euro gelegen. Die gegen die Stimmen der SPD beschlossene Beitragshöhe von 385 Euro bedeute nunmehr die teuersten Elternbeiträge für einen städtischen Krippenplatz im Saarland. Die Stadt St. Ingbert habe ein hervorragendes Kita-Angebot mit hoch engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Nutzung dieses Angebots dürfe aber nicht vom Einkommen der Eltern abhängen, heißt es in einer Pressemitteilung der SPD .

Rheinland-Pfälzer als Vorbild

Dass die Kita-Gebühren nicht weiter steigen, sei für die Sozialdemokraten nur der erste Schritt. "Um gleiche und gute Entwicklungschancen für alle Kinder sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen, sind Kitaplätze von großer Bedeutung. Die Elternbeiträge bringen viele Eltern mittlerweile an die Grenze ihrer finanziellen Belastbarkeit und stellen eine Hürde dar, allen Kindern beste Bildung von Anfang an zu ermöglichen", so der SPD-Fraktionsvorsitzende Sven Meier. Insofern müsse es das langfristige Ziel sein, die Kita-Gebühren ganz abzuschaffen. Wie die Schulbildung müsse auch die frühkindliche Bildung kostenfrei sein. Entsprechende Rückmeldungen aus dem saarländischen Landtag zur Abschaffung der Elternbeiträge machten Mut, dass eine Kostenfreistellung der Kinderbetreuung zukünftig umgesetzt werden kann. Die Nachbarn in Rheinland-Pfalz hätten vorgemacht, wie es geht. Dort werden ab dem 2. Lebensjahr keine Elternbeiträge mehr erhoben. "Die SPD erwartet, dass es auch im Saarland eine deutliche Bewegung hin zu einer schrittweisen Abschaffung der Elternbeiträge gibt", betont Sven Meier.

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