Einsatz wird immer schwieriger

Seit Ende September ist Timo Meyer der neue Landesbrandinspekteur. Der 43-Jährige berät den Innenminister in Feuerwehr-Angelegenheiten und vertritt rund 11 000 aktive Feuerwehrleute.

Wo brennt es bei den Feuerwehren im Saarland - dafür ist seit einem Monat Timo Meyer zuständig. Ende September wurde der 43-Jährige nach Anhörung der Kreisbrandinspekteure und des Landesfeuerwehrverbandes vom Innenminister für acht Jahre zum Landesbrandinspekteur ernannt. Als "LBI" ist er oberster Feuerwehrmann des Landes und laut Gesetz der feuerwehrtechnische Beauftragte und Berater des Innenministers und den gut 11 000 aktiven Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren weisungsbefugt. "Bisher bin ich noch in der Findungsphase und der Bestandsaufnahme", meint der St. Ingberter. Will heißen: Er geht auf viele Termine im Land, trifft Brandinspekteure und besucht Wehren, um zu erfahren, welche Wünsche es gibt und wo der Schuh drückt.

Seit 1986 ist er Mitglied der Feuerwehr, war Löschbezirksführer in Rohrbach, Wehrführer der Stadt St. Ingbert und Kreisbrandmeister im Saarpfalzkreis. Hauptberuflich ist Meyer Geschäftsführer eines St. Ingberter Unternehmens für Sicherheitsdienstleistungen mit 220 Mitarbeitern, das er gegründet hat. Hierfür ist er unter anderem für die Sicherheit von Auma Obama, der Schwester des US-Präsidenten, bei ihren Reisen nach Deutschland verantwortlich.

Neben dem Beruf seinen "zweiten Beruf" bei der Feuerwehr auszuüben, sei eine Herausforderung, meint der 43-Jährige, der froh ist, dass seine Frau und sein Sohn Verständnis für sein Engagement haben. Die Verwaltungsarbeit, die die ehrenamtlichen Feuerwehrleute in Führungspositionen zu bewältigen hätten, werde immer schwieriger und komplexer. Hinzu komme oft eine steigende Belastung durch den Beruf. "Daher Hut ab und meinen größten Respekt vor den Ehrenamtlichen in allen Hilfsorganisationen", lobt Meyer.

Ein großes Anliegen ist für ihn die Nachwuchsförderung: "Die meisten neuen Aktiven kommen zu uns aus den Jugendwehren, Quereinsteiger sind seltener." Die Jugendfeuerwehren müssten heute mit vielen anderen Angeboten um den Nachwuchs konkurrieren. "An der Gesamtschule in Gersheim hat ein Lehrer, der auch bei der Feuerwehr ist, eine Feuerwehr-AG gegründet. Dadurch sind auch Jugendliche in die Feuerwehr eingetreten", nennt er ein Beispiel, das nach seinem Wunsch Schule machen soll.