Eine Unwetterfront kühlt ab

St. Ingbert. "Moonrise Kingdom" (USA 2012) von Wes Anderson mit Jared Gilman, Kara Hayward, Bruce Willis, und Edward Norton läuft noch einmal im Familienkino der Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, am Sonntag, 15. Juli, um 16 Uhr

St. Ingbert. "Moonrise Kingdom" (USA 2012) von Wes Anderson mit Jared Gilman, Kara Hayward, Bruce Willis, und Edward Norton läuft noch einmal im Familienkino der Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, am Sonntag, 15. Juli, um 16 Uhr. Ein kleiner Hinweis: Der Besuch von Filmen, die ab 12 Jahre freigegeben sind, ist in Begleitung eines Personensorgeberechtigten (Elternteil oder von Elternteil autorisierte Person) gestattet.Als Zwölfjähriger hat sich Wes Anderson unsterblich in ein Mädchen verliebt und er hat die passenden Bilder für jenes einschneidende Erlebnis. Sein neuster Film "Moonrise Kingdom", der die 65. Ausgabe des Filmfestivals von Cannes eröffnete, darf als das bisher persönlichste Werk des Amerikaners gelten. Auf den ersten Blick ist alles wie gehabt. Ohne Umschweife erkennt man, dass es sich bei dem Werk um einen waschechten Anderson handelt. Die Kamera fährt ganz ohne Schnitt durch die Zimmer eines Familienhauses, als wäre es für Puppen und nicht für Menschen. Aus dem Off läuft "A Young Person's Guide to Orchestra" und analysiert den Aufbau eines Stücks der New Yorker Philharmoniker unter der Leitung von Leonard Bernstein. Und so wie ein Orchester aus vielen Instrumentengruppen besteht, wo alle ihren Platz, ihre Rechte und Pflichten haben, so müssen auch die Familienmitglieder miteinander auskommen, um eine Einheit zu bilden. Das ist die Botschaft von "Moonrise Kingdom", und es ist die Botschaft aller Anderson-Filme: bitte vertragt Euch. Eine kleine Insel vor der Küste Neuenglands im Sommer 1965: Ausgestattet mit allem, was man zum Überleben in der Wildnis benötigt, büchst der junge Pfadfinder Sam (Jared Gilman) aus dem Sommercamp aus, um mit seiner Freundin Suzy (Kara Hayward) durchzubrennen. Der ganze Ort steht daraufhin Kopf, und eine fieberhafte Suche nach den zwölfjährigen Ausreißern beginnt.

Wes Anderson, Großmeister des skurrilen Humors, schickt ein Staraufgebot in schauspielerischer Höchstform auf einen Suchtrip, der von absurder Situationskomik und akuten Nervenzusammenbrüchen begleitet wird, bis eine gefährliche Unwetterfront die erhitzten Gemüter abkühlt. Aber wer suchet, der findet auch - nicht zuletzt die eigene Beschränktheit und verlorene Träume. red

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