Gehnbachfreunde: Eine „Tatortbesichtigung“ am Gehnbach

Gehnbachfreunde : Eine „Tatortbesichtigung“ am Gehnbach

Das Gehnbachfest hat schon Tradition. In diesem Jahr findet es vom 19. bis 21. Juli statt. Neben Musik und kulinarischen Angeboten gibt es eine Führung zum neuen Moritatenweg, der seit neuestem um eine Station reicher ist.

Die St. Ingberter feiern gern und nutzen jede Gelegenheit, dies miteinander zu tun. Nicht anders geht es den Gehnbachfreunden, die seit 30 Jahren ihre anfänglich als Nachbarschaftsfest gedachte Veranstaltung dort abhalten, wo Gehnbachstraße und Nassauer Graben aufeinander treffen. Platz ist in der kleinsten Hütte oder wie in diesem Fall im kleinsten Winkel am Wald, so dass sich das Gehnbachfest vor einigen Jahren auch für andere feierfreudige St. Ingberter öffnete.

Schon lange vor dem eigentlichen Fest hören sie bei den Gehnbachfreunden nach, „ob es in diesem Jahr wieder stattfindet“. Natürlich tut es das. Der Vereinsvorsitzende Heinrich Dümmler lässt daran keinen Zweifel. In jedem Jahr freut er sich mit seinem Team wieder darüber, wenn es gelungen ist, Helfer aus den eigenen Reihen und von befreundeten Vereinen für die Drei-Tage-Festivität zu gewinnen. Gleiches gilt für die Musiker, die gern in die Gehnbach kommen und mit den unterschiedlichsten Musikrichtungen und Vorführungen zum Gelingen des Festes beitragen. Meist gibt es neben dem musikalischen und kulinarischen Part noch ein weiteres Schmankerl. In diesem Jahr ist es zweifellos die Führung zum Moritatenweg, der zwei Wochen zuvor um die hölzerne Figur von Niklas ergänzt wurde. Dieser wurde von Res Hofmann beim Kettensägeschnitz-Event im April gefertigt, das ebenfalls von den Gehnbachfreunden, gemeinsam mit der VHS und dem Heimat- und Verkehrsverein, organisiert wurde.

Niklas steht nun seit einer Woche genau zwischen Greth und Matz, dem er Überlieferungen zufolge Ende des 19. Jahrhunderts den Kopf abgeschlagen haben soll. Konrad Weisgerber wird am Sonntag, 21. Juli, um 14 Uhr die interessierten Festbesucher vom Festgelände ins Gehnbachtal begleiten und ihnen bei dieser Gelegenheit die „Geschichte von Matz und Greth“ näherbringen. Neu sind auch die geschnitzten Hinweisschilder, die zum Moritatenweg führen. Umweltminister Reinhold Jost hat sein Kommen angekündigt. Er wird den Weg offiziell eröffnen.

Los geht das Gehnbachfest allerdings schon zwei Tage zuvor, am Freitag, 19. Juli, wenn die St. Ingberter Schützen um 18 Uhr den Startschuss geben. Eine Stunde später spielen die Gehnbachlegenden „rebelsoul“. An diesem Abend können sich die Gäste ebenso auf Spezialitäten vom Grill wie das Gehnbachsteak, Schwenker, Rostwurst aber auch Currywurst und Pommes freuen. Am Samstag, 20. Juli, geht es von 14 bis 17 Uhr mit Kaffee und Kuchen weiter, bevor es um 19 Uhr heißt „Do werd die Wutz gegrillt“. Außerdem läutet zur gleichen Zeit „Hugo‘s Corner“ den Abend musikalisch ein und „Die Blumen des Orients“ werden unter der Leitung von Genevieve Sehn die Besucher mit Bauchtanz unterhalten. Ab Sonntag 11 Uhr gibt es einen Frühschoppen mit Grazina Pavliatenko, einer gebürtigen Litauerin.

Die Akkordeonvirtuosin, die außerdem Klavier spielt und mit ihrem Gesang überzeugt, ist Instrumentalpädagogin und weiß, dass „Musik als Medizin fürs Seelenleben“ taugt, wie sie auf ihrer Homepage schreibt. Nach Auftritten in der Schweiz, Spanien, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Kroatien und natürlich in der Pfalz, wo sie wohnt, kommt sie nun nach St. Ingbert und will mit ihrer Musik den Festbesuchern zum „seelischen Wohl“ verhelfen. Für das leibliche Wohl ist am dritten Tag der Veranstaltung ebenfalls gesorgt, denn die Gehnbach-Küche serviert Hoorische, Spießbraten und Gegrilltes. Wer das Fest unterstützen will, kann am Freitag oder Samstag bis 13 Uhr Kuchenspenden auf dem Festgelände abgeben.

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