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Eine Stolperfalle auf der Alten Bahnhofstraße

Eine Stolperfalle auf der Alten Bahnhofstraße

Der nachwinterliche Straßenzustand ist nicht nur für Autofahrer ein Ärgernis, sondern kann auch für Fußgänger zum Verhängnis werden. Das musste Leser-Reporterin Gabriele Koch erfahren, die sich bei einem Sturz verletzte. Der Pressesprecher der Stadt St. Ingbert bedauert den Vorfall, sieht aber keinen Handlungsbedarf.

Die Schlaglöcher auf diesem Zebrastreifen vorm „Interesseloch“ sorgten dafür, dass Lesrerreporterin Gabriele Koch umknickte und sich das Wadenbein brach. Foto: Cornelia Jung Foto: Cornelia Jung

. Auf den Straßen St. Ingberts hat der der Winter seine Spuren in Form von Rissen und Schlaglöchern hinterlassen. Auch Fußgängerüberwege wurden nicht verschont. Das musste Leser-Reporterin Gabriele Koch aus St. Ingbert auf dem Zebrastreifen am Übergang vom "Interesseloch" zur Alten Bahnhofstraße schmerzlich erfahren. Sie war am 6. April frühmorgens mit ihrem Mann unterwegs zum Bahnhof, weil die beiden eine Kreuzfahrt in Frankreich antreten wollten. "Voller Vorfreude", wie die Rentnerin berichtet, sei sie auf besagtem Überweg in einer Vertiefung umgeknickt und hingefallen. Zwei Zeitungsausträgerinnen halfen ihr auf und später am Bahnhof leistete ihr ein Taxifahrer unkompliziert Erste Hilfe. "Zuerst dachte ich, dass es nur eine Zerrung sei, habe mich in Frankreich in der Apotheke mit dem Nötigsten versorgt, das Bein bandagiert, mit allen möglichen Salben eingerieben und die Reise angetreten", so Koch. Doch die Schmerzen wurden nicht weniger, weshalb sie sich nach ihrer Rückkehr entschloss, in St. Ingbert einen Arzt aufzusuchen. Im Krankenhaus wurde dann der Bruch des Wadenbeins festgestellt. Das war am 18. April. Sechs Wochen darf das Bein von da an nicht belastet werden. "Das Bein mit Schrauben befestigt sitze ich nun daheim im Rollstuhl", sagt Gabriele Koch resigniert.

Sie stellt nun die Frage, ob Fahrbahnschäden gerade im Bereich von Fußgängerüberwegen bevorzugt repariert werden, denn eine Vertiefung, die für ein Auto kein Problem darstellt, könne für einen Fußgänger oder Zweiradfahrer tückisch sein.

Peter Gaschott, der Pressesprecher der Stadt St. Ingbert, bedauert den Vorfall, bittet aber auch um Verständnis: "Wir haben dort das Problem, dass sich die Straße gesetzt hat und wir es hier mit einem Schaden entlang von Setzungsrissen zu tun haben. Das ist aber nichts, was die Verkehrssicherungspflicht tangiert." Auch wenn man seitens der Stadt gern tätig werden würde, sprächen doch zwei Gründe gegen die Reparatur. "Erstens haben wir keinen genehmigten Haushalt. Und zweitens, und das wiegt schwerer, würde in St. Ingbert überhaupt kein Verkehr mehr fließen, denn wenn wir dort wegen Straßenarbeiten zumachen, dann ist die Kaiserstraße dicht", so Gaschott.

Hier sei keine Gefahr im Verzug, weshalb man sich daran halte, diejenigen Straßenschäden zuerst abzuarbeiten, die in der Prioritätenliste ganz oben stehen. Für die anderen schadhaften Bereiche gilt dann für alle Beteiligten eben nur der Grundsatz: Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme.

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von unserer Leser-Reporterin Gabriele Koch aus St. Ingbert. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich per SMS/Fax an Tel. (06 81) 5 95 98 00 oder per E-Mail an: leser-reporter@sol.de.