Verein mit neuem Namen: Eine politische Unabhängigkeitserklärung

Verein mit neuem Namen : Eine politische Unabhängigkeitserklärung

So erklärt die UCD, warum sie in Zukunft „Die Unabhängigen“ heißen will. Christliche Werte verschwinden nur im Namen.

Am Ende der Amtszeit des früheren Oberbürgermeisters Georg Jung gab es Querelen im Stadtrat. Mittendrin die CDU. Einige ihrer Mitglieder wollten Entscheidungen ihrer Partei nicht mittragen und distanzierten sich von ihr. Sie formierten sich im Mai 2012 als Stadtratsfraktion „Unabhängige Christdemokraten“ (UCD) neu und wollten sich mit dieser Namensänderung von der CDU abgrenzen. Ende April 2013 wurde dann der Verein mit gleichem Namen gegründet. Fortan nennen sie sich nur noch: „Die Unabhängigen“.

Seit der Gründung der damaligen UCD ist in die politische Landschaft St. Ingberts Bewegung und Dynamik gekommen. Dies ging auch an der UCD nicht spurlos vorüber, die rund 30 Mitstreiter hatte. In ihr fanden, wie zu Beginn ihrer Gründung, nicht nur ehemalige CDU-ler eine neue Heimat, sondern es seien Interessierte aus anderen politischen Ecken dazu gestoßen. Ebenso schlossen sich St. Ingberter, die sich bisher nicht oder nur wenig in der Kommunalpolitik engagiert hatten, den Unabhängigen Christdemokraten an. Wieder andere verließen die UCD oder wechselten zu anderen Vereinen oder Parteien.

Aus diesem Grund beschloss der UCD-Vorstand auf seiner Mitgliederversammlung im Juli, nicht nur den Auftritt im Internet neu zu gestalten, sondern auch gleich Nägel mit Köpfen zu machen und sich einen neuen Namen zu geben. Beides sei nicht mehr zeitgemäß gewesen, so deren Vorsitzender Wolfgang Weisgerber. Die Erkennungsfarbe des Vereins bleibe schwarz-rot, so wie die Stadtfarben. Denn man wolle mit „Herz und Verstand für unsere Stadt bei der Sache sein“, wie es auf der Website heißt. Immer wieder hätten die drei Buchstaben, die an die CDU erinnern und lediglich eine andere Reihenfolge aufweisen, die Menschen irritiert. So sehr, dass die Frau eines CDU-Kommunalpolitikers sogar für die UCD einige Runden beim Solilauf drehte, ohne ihren Irrtum zu bemerken. Die Ähnlichkeit zur CDU war damals beabsichtigt, ist aber heute nicht mehr gewünscht. Man sei „eine bunte Truppe“, die sich nicht mehr nur aus ehemaligen Mitgliedern der CDU zusammensetze.

Noch wartet man auf den offiziellen Eintrag ins Vereinsregister. Zum Pressetermin erscheinen Wolfgang Weisgerber, Michael Trittelvitz als Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, Peter Richter als 2. Vorsitzender und Erich Litzenburger, um die Änderungen in ihren Reihen zu erläutern. Litzenburger löste Michael Quiring, der selbst darum gebeten hatte, als Pressesprecher ab. Das Kürzel des Vereins ist nun ein einfaches „DU“, das C musste weichen.

Sind den Unabhängigen in der politischen Arbeit also die christlichen Werte abhanden gekommen? Mitnichten, wie sie versichern. „Wir nehmen das C lieber aus dem Namen, als dass wir das in unserem Tun und unseren Entscheidungen tun“, sagt Michael Trittelvitz. Überhaupt sei die Namensänderung nicht als Bruch zu verstehen. Eher als Ergebnis einer kontinuierlichen Entwicklung. Die Unabhängigen seien in jeglicher Hinsicht ungebunden. Sie wollten Politik mit und für die Menschen vor Ort machen, wollten die Stadt auf sachlicher Ebene weiterbringen.

„Dahin müssen wir zurück, das ist unser Streben“, so Weisgerber zu den Zielen. Satzungsmäßig habe man sich auf das Wirken in der Kommunalpolitik verständigt und könne sogar den Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl stellen. Ob sie das denn vorhätten, fragte die Saarbrücker Zeitung nach dieser Steilvorlage. „Das ist keine Option. Da überschätzen wir uns auch nicht“, antwortete der Vereinsvorsitzende.

www.die-unabhaengigen-igb.de