Eine musikalische Heimat für jeden

Der MGV Frohsinn und die Sangesfreunde Oberwürzbach sorgten für das Rahmenprogramm des Chorverbandstages. Ausgerichtet wurde er vom KCV St. Ingbert. 190 Delegierte trafen sich dazu in der Oberwürzbachhalle. Auch Kultusminister Ulrich Commerçon schaute vorbei.

. Jedes Jahr treffen sich die Mitglieder der sieben saarländischen Kreischorverbände (KCV) zu ihrem Chorverbandstag unter dem Dach des Saarländischen Chorverbandes (SCV). Dieser wird immer im Wechsel, einmal in Saarbrücken und in jedem zweiten Jahr in der "Heimat " der jeweiligen Kreischorverbände veranstaltet. In diesem Jahr lud der KCV St. Ingbert, der letztmalig 2007 den Chorverbandstag in der Stadthalle St. Ingbert ausrichtete, die sangesbegeisterten Vereinsvorstandsmitglieder in die Oberwürzbachhalle ein.

Dem Ruf folgten 190 Delegierte, von denen 108 stimmberechtigt waren. Der MGV Frohsinn und die Sangesfreunde Oberwürzbach umrahmten die Veranstaltung musikalisch. Oberbürgermeister Hans Wagner sorgte bei seiner Begrüßung für Heiterkeit, begrüßte er doch aus Versehen die Präsidenten der saarländischen Karnevalsvereine. Die Sänger quittierten dies ihrerseits mit einem "Alleh Hopp". So falsch lag er damit gar nicht, denn einige der Vereine engagieren sich auch in der fünften Jahreszeit.

Spaß verstehen sie, die Sänger , und neben dem Singen wird in den Vereinen auch die Gemeinschaft und die Freundschaft gepflegt, wie Marianne Hurth, die Vorsitzende des SCV, sagte. In den Chören gebe es enge menschliche Beziehungen und jedes Mitglied habe seinen Platz.

Singen und Musizieren, bei denen es nicht ums Konsumieren gehe, seien der Beleg für den aktiven Umgang mit der Musik und wohl die Freizeitbeschäftigungen mit den meisten Facetten, fand Kultusminister Ulrich Commerçon , der ebenfalls in Oberwürzbach anwesend war. Er wies Oberbürgermeister Hans Wagner , der die Chöre als Bewahrer des Kulturgutes Deutsches Lied bezeichnete, darauf hin, dass sich die im SCV organisierten Sänger noch viel mehr Stilformen, von der Klassik bis zur Moderne, vom Volkslied bis zum Jazz, verschrieben hätten. "Der SCV mit 10 000 Sängern in 390 Chören ist ein Schwergewicht in der saarländischen Musikszene. Hier kann jeder eine musikalische Heimat finden", so Commerçon.

Zwei Sänger , Musiker, Dirigenten und Chorleiter, die im SCV nicht nur ihre Heimat gefunden haben, sondern mit ihrem langjährigen ehrenamtlichen Engagement wiederum der Musik in den Orten ihres jeweiligen Wirkens eine Heimat bereiteten und für musikalische Vielfalt sorgten, wurden vom Kultusminister ausgezeichnet. Frank Huppert, unter anderem Gründer der "Coloured Voices" Bliesmengen-Bolchen, erhielt die kleine Ehrenmedaille und Everard Sigal, unter anderem Leiter mehrerer Chöre und Kreischorleiter , wurde die große Ehrenplakette verliehen. Der Minister hatte für Marianne Hurth noch eine gute Nachricht: "Wir werden ganz gezielt Lehrer für Musik und Bildende Kunst ausbilden. Das habe ich mir nach einem Gespräch mit Ihnen zu Herzen genommen." Auch das Singen in den Kitas solle attraktiver gemacht werden.

Während der Veranstaltung wurden auch die fünf Preisträger der Chorprämien bekannt gegeben. Einer davon war der MGV Frohsinn St. Ingbert, der sie für eine Werbekampagne mit flotten Sprüchen bekam, die neue Mitglieder ansprechen soll.

Während des Chorverbandstages wurde auch neu gewählt. Präsidentin des SCV blieb Marianne Hurth, Frank Vedulet, Vorsitzender des KCV Homburg, kam als Vizepräsident für Werner Zeitz, der sich verstärkt seiner Tätigkeit als Caruso-Beauftragter in den Kitas und als Vorsitzender des KCV St. Ingbert widmen will. Rolf Hippchen überahm von Annemarie Berwian das Amt des Schatzmeisters. Thomas Schmitt wurde als Vizepräsident und Daniel Franke als Jugendvertreter wiedergewählt.