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Eine „Liebesheirat“ auch aus Sparsamkeit

Eine „Liebesheirat“ auch aus Sparsamkeit

Gestern wurde der Vertrag zwischen St. Ingbert und Kirkel zur Zusammenlegung der beiden Standesamts-Bezirke geschlossen.

Ein bisschen konnte man gestern schon von einer Art "Liebesheirat" sprechen: Ganz offiziell unterzeichneten St. Ingberts Oberbürgermeister Hans Wagner und Kirkels Verwaltungschef Frank John einen Vertrag, der zum 1. Juli 2017 dafür sorgt, dass beide Kommunen ab dann einen gemeinsamen Standesamtsbezirk haben. Der trägt den Namen "Standesamtsbezirk St. Ingbert", seine Leitung sitzt in St. Ingbert.

Damit ändert sich vor allem in Kirkel einiges, und das betrifft vor allem das Personal. Bislang konnten, neben dem Bürgermeister, vier weitere Verwaltungsmitarbeiter Aufgaben im Bereich des Standesamtes wahrnehmen. Diese vier werden zum 30. Juni nicht mehr als Standesbeamte bestellt sein und können damit ihre Arbeitskraft ganz in den Dienst des Bürgeramtes und des Hauptamtes stellen. Einzig hat dann noch Bürgermeister Frank John das Recht, Eheschließungen vorzunehmen - was er auch weiterhin tun wird. Alle anderen Aufgaben eines Standesamtes, und das sind weit mehr als Eheschließungen, werden dann von St. Ingbert übernommen. In Kirkel bestehen bleibt das stark nachgefragte Trauzimmer in der Limbacher Mühle, dort werden ab dem 1. Juli dann, neben Bürgermeister Frank John, St. Ingberter Standesbeamte Eheschließungen durchführen. Und natürlich kann dort auch St. Ingberts OB Hans Wagner Paare in den Hafen der Ehe einlaufen lassen.

Für Kirkel als kleineren der beiden Partner bedeuteten die Unterschriften gestern auch, dass eine schon länger währende Suche nach einer Kooperation nun doch ein erfolgreiches Ende hat - über geraume Zeit hatte man auch versucht, mit Homburg zusammenzuarbeiten, ohne Erfolg (wir berichteten).

Nun also der Bund mit St. Ingbert. Und sowohl Wagner als auch John zeigten sich gestern sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis und mit dem Engagement der betroffenen Standesbeamten selbst. "Die sind ungeheuer aktiv vorgeprescht, sie kannten sich auch und sind sofort in Gespräche eingestiegen", skizzierte Wagner den Umgang der Verwaltungsmitarbeiter mit dem Thema. "Da wurde nicht lange diskutiert. Es wurde geschaut, was der Standesamtsbetrieb in der einen wie der anderen Kommune kostet, und geschaut, wo und was wir sparen. Es ist den Standesbeamtinnen und Standesbeamten zu verdanken, dass wir hier so schnell auf den Weg gekommen sind." Entscheidend sei dabei vor allem gewesen, dass die St. Ingberter Standesbeamten sofort bereit gewesen wären, auch in Kirkel zu trauen. Und: Kirkels Bürgermeister Frank John sah in dem gestrigen Vertragsschluss durchaus auch die Basis für weitere Kooperationen mit St. Ingbert.

Zum Thema:

Wegen der Zusammenlegung der Standesämter St. Ingbert und Kirkel müssen einige vorbereitende Arbeiten erledigt werden. Verschiedene Arbeiten lassen sich nach Mitteilung der Verwaltung nur durchführen, wenn kein Publikumsverkehr herrscht. Aus diesem Grund kommt es bis zur endgültigen Zusammenlegung im Sommer immer mal wieder zu kurzfristigen Schließungen des St. Ingberter Standesamtes. Am kommenden Dienstag, 11. April, und am Dienstag, 25. April, bleibt das Standesamt St. Ingbert wegen dieser internen Vorbereitungen geschlossen.