Eine Karte für den Notfall

Der DRK-Kreisverband St. Ingbert hat jetzt eine handliche Notfall-Karte vorgestellt. 12 000 Exemplare sind gedruckt und werden jetzt im ganzen Landkreis verteilt. Die Karte ist für Jung und Alt.

Eine Notfall-Karte hat jetzt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Kreisverband St. Ingbert herausgegeben. Sie ist aus reißfestem Papier, hat das Format eines Kfz-Scheins, ist so gefaltet, dass sie in einen Geldbeutel passt und wird kostenlos verteilt. Diese Notfallkarte, die Kreisgeschäftsführer Roland Engel jetzt vorstellte, sieht vor, dass der Nutzer beispielsweise Blutgruppe, besondere Medikamente, Allergien , Hilfsmittel, den letzten Krankenhausaufenthalt sowie Adressdaten und die im Notfall zu benachrichtigende Person einträgt. Geht es doch schließlich darum, dass Senioren für einen Ernstfall eine solche Karte bei sich tragen und der Rettungssanitäter weiß, mit wem er es zu tun hat. Passend zum DRK kommt die Notfall-Karte, die 12 000-mal gedruckt wurde, in rot-weiß daher.

Das war jedoch nicht immer so. Anfang vergangenen Jahres haben die beiden St. Ingberter Klaus Schulz und Toni Schuster, die ursprünglich zum Seniorenbeirat der Mittelstadt gehörten, sie erstmals aufgelegt - damals war das Kärtchen in grün-weiß gehalten. Vor allem aber wurde die Karte in erster Auflage sehr gut angenommen. Und sie gefiel auch damals schon DRK-Mann Roland Engel, der direkt von der Vorstellung sprach, dass diese Karte, die zunächst nur in St. Ingbert verteilt wurde, auch kreisweit zum Einsatz kommen könnte. Und genauso ist es jetzt, wie Engel nicht ohne Stolz verkündete. Die Notfall-Karte kommt im ganzen Landkreis zum Einsatz. Und es geht noch weiter. Die Idee gefällt Engel so gut, dass er sie landesweit an seine Kollegen weitergeben möchte. "Gute Ideen übernimmt man gern." Dank Klaus Schulz, der neben Pflegefachkraft Karin Fohlmeister, die beim DRK für die Seniorenberatungsstelle tätig ist, bei der Präsentation ebenfalls anwesend war, konnte das DRK kostenlos das "Copyright ", also das Urheberrecht , erwerben. "Klaus Schulz ist unser Pate", sagte Engel voller Respekt. Klaus Schulz ergänzt, dass es in dieser Sache mittlerweile in Westdeutschland ein Netzwerk gebe. Vor allem: "Wenn wir im Jahr nur ein Menschenleben mit Hilfe dieser Karte retten können, dann hat sie ihren Zweck schon erreicht", so Schulz weiter.

Die Aufmachung der Notfall-Karte, das ist Engel und Schulz wichtig, ist bis auf den Farbwechsel gleich geblieben. Mit dem auf der Karte abgebildeten QR-Code fürs Handy gelangen Nutzer direkt auf die Homepage des DRK.

Dank mehrerer Sponsoren musste der DRK-Kreisverband laut Engel nicht mal 1000 Euro für die aktuelle Auflage der Notfall-Karte berappen. Wichtig war Engel im Gespräch mit unserer Zeitung: "Die Karte soll für jedermann sein, für Jung und Alt." Und wer sie nicht alleine ausfüllen kann, bekomme laut Karin Fohlmeister Hilfe.

Verteilt wird sie unter anderem an die DRK-Kunden, sie liegt in der Rettungsdienststelle aus, ebenso ist sie bei den ambulanten Pflegediensten, beim Haus-Notruf, bei Essen auf Rädern, in den Dienststellen und bei den Ortsvereinen erhältlich. Engel abschließend: "Die Ausgabe ist nicht reglementiert. Wer sie möchte, bekommt sie."