Eine fast vergessene Dichterin

St. Ingbert. Zu Lebzeiten ist die Dichterin Marie Luise Kaschnitz (1901 - 1974; Foto: SZ) oft als "grande dame" der deutschen Literatur der Nachkriegszeit etikettiert worden. Aber als Aristokratin wollte sie nicht gelten - ihre Freunde berichten von ihrer außergewöhnlichen Bescheidenheit

St. Ingbert. Zu Lebzeiten ist die Dichterin Marie Luise Kaschnitz (1901 - 1974; Foto: SZ) oft als "grande dame" der deutschen Literatur der Nachkriegszeit etikettiert worden. Aber als Aristokratin wollte sie nicht gelten - ihre Freunde berichten von ihrer außergewöhnlichen Bescheidenheit. Die Erinnerung an ihre Gedichte verbindet sich meist mit dem Bild "klassischer Landschaften". Unter dem Titel "Teilnahme an der Welt" rückt Professor Dr. Gerhard Sauder auf Einladung der Katholischen Erwachsenenbildung Saarpfalz (KEB) und in Zusammenarbeit mit dem St. Ingberter Literaturforum (ILF) am Mittwoch, 14. April, 19.30 Uhr die heute zu Unrecht vergessene Schriftstellerin wieder in den Blickpunkt. Mit Versen über ihre badische Heimat, südliche Länder und ihre Erfahrungen im Osten (Königsberg) hat sich Marie Luise Kaschnitz als Lyrikerin einen Namen gemacht. Aber es fehlt keineswegs die Evokation der Kriegs- und Nachkriegsjahre im zerstörten Frankfurt. Ihre kritische Zeitgenossenschaft und Gotteskritik ("Tutzinger Gedichtkreis") sind zu Unrecht vergessen. Ihre "Beschreibung eines Dorfes" ist eines der bedeutendsten kurzen Prosastücke des 20. Jahrhunderts. Die Veranstaltung findet in der Stadtbücherei St. Ingbert, Kaiserstraße 71 (Fußgängerzone) statt. Der Eintritt ist frei. Eine literarisch-musikalische Annäherung an Marie Luise Kaschnitz bietet die Veranstaltung mit dem Titel "Ein Haus aus Licht" am Samstag, dem 24. April, 19.30 Uhr, in der Kirche St. Franziskus (Kapuzinerstraße) in St. Ingbert. Wichtige Texte aus ihrem Werk und ein eigens darauf abgestimmtes Musikprogramm mit Orgelwerken verschiedener Epochen ergänzen sich zu einem Hörbild, das die Inhalte und Anliegen der Dichterin unmittelbar erleben lässt. Für die Programmgestaltung und Ausführung konnte erneut der renommierte Münchner Musiker Christian Brembeck gewonnen werden. Der Künstler gilt als einer der vielseitigsten und virtuosesten Musiker seiner Generation; dies zeigt sich auch in seinen Spezialprogrammen zu Malerei und Literatur. Wie kaum ein anderer versteht er es, die Themen und Assoziationen von Bildern und Texten musikalisch aufzugreifen und zu vertiefen. Die Textlesung übernimmt Gertrud Fickinger. Der Eintritt zur Konzertlesung beträgt acht Euro (Kinder/Jugendliche sechs Euro). redInfo/Reservierung: KEB, Telefon (0 68 94) 9 63 05 16, E-Mail: kebsaarpfalz@aol.com.