Eine einzigartige Rarität

Rohrbach. Die evangelische Kirchengemeinde in Rohrbach ist um eine einzigartige Rarität reicher: Organist Christoph Jakobi hat Anfang November 2012 eine historische Orgel erworben und auf der Empore der Rohrbacher Christuskirche aufgestellt. Herkunft, Baujahr und Orgelbauer des Unikats sind unbekannt. Laut dem Urteil von Fachleuten stammt das Gehäuse aus dem 17. Jahrhundert

Rohrbach. Die evangelische Kirchengemeinde in Rohrbach ist um eine einzigartige Rarität reicher: Organist Christoph Jakobi hat Anfang November 2012 eine historische Orgel erworben und auf der Empore der Rohrbacher Christuskirche aufgestellt. Herkunft, Baujahr und Orgelbauer des Unikats sind unbekannt. Laut dem Urteil von Fachleuten stammt das Gehäuse aus dem 17. Jahrhundert. Klaviatur und Pfeifen werden auf Anfang des 18. Jahrhunderts geschätzt. Damit steht in Rohrbach nun die älteste Orgel des Saarlandes und eine der ältesten im Bereich der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Die Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg, die Reunionszeit, die Französische Revolution und der Zweite Weltkrieg haben die wenigen kulturellen Schätze der Region stark dezimiert. Diese historische Orgel gibt einen kleinen Anhaltspunkt, eine Ahnung dessen, was heute nicht mehr da ist beziehungsweise damals im Saarland sowieso spärlich vorhanden war, im Gegensatz etwa zu Sachsen und Thüringen, wo die Wege mit historischen Orgeln gepflastert sind. Aus dem 18. Jahrhundert gibt es im Saarland noch sechs Orgelgehäuse und darüber hinaus zwei teilweise erhaltene Stumm-Orgeln, in Sötern (circa 1760) und Bübingen (1785).

Mit der Disposition Gedackt 4', Prinzipal 2', Sifflöte 1' handelt es sich bei der Rohrbacher Orgel um eine Kleinorgel beziehungsweise Hausorgel, wie sie früher bei kleinen Fürstenhöfen oder wohlhabendem Bürgertum anzutreffen gewesen sein mag. Die Windversorgung erfolgt mittels eines Fußhebels zum Füllen des Balgs, alternativ kann auch ein kleiner zugebauter Motor verwendet werden. Das Instrument, das im Kammerton (einen Halbton höher) gestimmt ist, erhält eine mitteltönige Stimmung, passend zu seiner Erbauungszeit.

Eingeweiht wird die "Märchenorgel" am Sonntag, 27. Januar, nach dem 11-Uhr-Gottesdienst, gegen 11.45 Uhr mit einer kleinen Matinee. Zur Einweihung wird Oberbürgermeister Hans Wagner erwartet, der den ersten Akkord spielen wird, bevor Organist Christoph Jakobi mit einem kleinen barocken Programm von Georg Böhm und Dietrich Buxtehude anschließt. red