Einblicke ins Alltägliche

Hassel/Kirkel. Tassen, Löffel, Messer, Gabel, Bälle oder Flaschen: Selbstverständlichkeiten in unserem Alltag. Wir nehmen sie eigentlich nicht mehr wahr. Die Gegenstände sind einfach so da. Für die Künstlerin Jutta Mohr, die in Hassel lebt und in Saarbrücken arbeitet, sieht dies anders aus

Hassel/Kirkel. Tassen, Löffel, Messer, Gabel, Bälle oder Flaschen: Selbstverständlichkeiten in unserem Alltag. Wir nehmen sie eigentlich nicht mehr wahr. Die Gegenstände sind einfach so da. Für die Künstlerin Jutta Mohr, die in Hassel lebt und in Saarbrücken arbeitet, sieht dies anders aus. "Es ist der Alltag, der mich fasziniert in seiner Einfachheit, in seiner Schlichtheit - klar und deutlich", erzählt sie. Jetzt gibt sie erstmals einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen. In der Reihe "Kultur im Bildungszentrum," stellt sie ihr Alltägliches, ihre "Momente" im Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel vor. Jutta Mohr: "Das Leben mit meinem Mann Werner ist sehr bewusst auf Kleinigkeiten gerichtet. Denn uns beide eint die Freude am Detail." Die Freude am Detail setzt sie in ihren farbenfrohen Gemälden immer wieder gekonnt und bewusst sehr plakativ um. Sie überzieht ihre Leinwände meist mit flotten kurzen Strichen, die die Bildfläche rhythmisieren und lebendig halten.In ihrer Ausstellung mit dem Titel "Momente - Vermeintliche Alltäglichkeiten festgehalten in Acryl auf Leinwand, Bildgeschichten der Künstlerin" will Jutta Mohr mit lebendigem Strich in Acryl festgehaltene Ausschnitte allgegenwärtiger Gegenstände zeigen: "Ich zeige nicht nur eine andere Sicht der Dinge, sondern die Ausstellung lässt auch über im Alltag untergegangene Liebenswürdigkeiten des Lebens schmunzeln", sagt sie im Gespräch im Vorfeld ihrer Ausstellungseröffnung. Zum Beispiel dann, wenn man an den Duft der frühen Tasse Kaffee denkt, oder an die mag(g)ische Suppe bei der Mutter. Selbst wer weder Kaffee noch Sushi mag oder Boule oder Tennis spielt, sich also in den Storys hinter den Werken nicht wiederfinden sollte, wird auf jedem Quadratzentimeter der Leinwände eine in Flächenteilung, Farb- und Formkomposition und Pinselführung äußerst kommunikative Malerei entdecken. Jutta Mohr: "Der kommunikative Stil der gegenständlichen Arbeiten erklärt sich durch das Studium der visuellen Kommunikation und durch drei Jahrzehnte im Werbe- und Mediengeschäft." Trotz der Berufspraxis im Kommunikationsdesign habe sie sich die Grundlagen, Fertigkeiten und die Freude an der Malerei immer bewahrt und seit einigen Jahren, nach einer schweren Krankheit, wieder intensiviert. Und sie fügt an: "Darüber hinaus waren es meine Leidenschaft und meine lebendigen Erinnerungen an eine von wirtschaftlichem Zwang freie Zeit des Studierens und des Experimentierens, die mich bewogen, neben dem Beruf meine Berufung wiederzuentdecken. Es ist auch eine Entdeckungsreise für mich."

Die Ausstellung wird am heutigen Dienstag, 17.30 Uhr, im Bildungszentrum der Arbeitskammer Am Tannenwald in Kirkel eröffnet. Sie ist montags bis samstags von 8 bis 18 Uhr zu besichtigen und dauert bis zum 31. Mai.

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Foto: Quack/SZ

Zur Person

Jutta Mohr wurde am 3. Januar 1952 in Hermeskeil geboren. Nach dem Diplom in Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Trier arbeitete sie zehn Jahre in der Agentur- und Medienbranche, bevor sie das Grafische Atelier der Saarbrücker Zeitung 20 Jahre lang leitete. Seit 2005 betreut sie das medienpädagogische SZ-Projekt "Zeitung macht Schule". E-Mail-Kontakt: Jutta.Mohr@JumoArt.de. jkn