Ein Walderlebnis mal ganz anders

Der „Tag der Waldwirtschaft“ im Schürer Wald zog viele Besucher an. Neben dem Riesenschwenker hatten die Mitarbeiter von Saarforst und private Forstunternehmer ein Gesamtpaket aus Kunst, Musik und Information geschnürt.

Hier ging es hoch hinaus.
Schwedenfeuer wärmten nicht nur, sondern wiesen auch den Weg.

. So viele Besucher auf einmal wie am Sonntag hat der St. Ingberter Wald lange nicht gesehen. Doch der von Saarforst und der Arbeitsgemeinschaft forstwirtschaftlicher Lohnunternehmer (AfL) unterstützte "Tag der Waldwirtschaft" hatte viele Waldliebhaber vor die Tore der Stadt gezogen. Seit Wochen liefen die Vorbereitungen dafür, und Hunderte waren wohl gekommen, weil das angebotene Gesamtpaket stimmte.

Neben Musik vom Jazzprojekt der städtischen Musikschule, der Holzkunst sowie Infoständen zum Thema Wald zog vor allem einer die Blicke auf sich - der Riesenschwenker mit seinen 14 Metern Höhe. An ihm kam keiner vorbei, ob er den zwei Kilometer langen Parcours lief, an dessen Rändern forstwirtschaftliche Maschinen präsentiert wurden, ob er sich einfach am Feuer aufwärmen oder ein kleines Wildwürstchen vom XXL-Rost ergattern wollte. Er war einfach der Treffpunkt im Schürer Wald am Sioux-Weiher schlechthin. Kreiselten zu Beginn gegen elf Uhr zehn einsame Würste unter dem mächtigen Dreibein aus Douglasien, waren eine Stunde später alle Plätze auf dem Gitter mit drei Metern Durchmesser belegt. Förster Bodo Marschall, der mit seiner engagierten Truppe vom Saarforst-Landesbetrieb samt privaten Forstunternehmern und Sponsoren mit Unterstützung der Stadt eine logistische Meisterleistung hingelegt hatte, hielt es am Sonntag bereits um vier Uhr nicht mehr im Bett. Klappte alles?

Würden genügend Leute kommen? Und wenn "Ja", würden dann Getränke und Grillgut reichen? Besucher kamen reichlich, die kalten und vor allem die heißen Getränke gingen gut, die Würstchen schmeckten. Jeder schien wenigstens eins vom legendären, rekordverdächtigen Monster-Schwenker, "Dem Original", kosten zu wollen. Demzufolge waren die 700 Stück bald weg, und das größte Problem schien es zeitweise zu sein, ausreichend Nachschub zu bekommen. "Eine tolle Sache" und "saugudd" waren nur einige der zu hörenden Superlative, die sich sowohl auf den Schwenker als auch die Organisation des Wald-Info-Tages bezogen. Ein Riesenadventskranz mit vier Schwedenfeuern, ein Zelt für die Bewirtung, große, informative Tafeln an jedem der knapp 30 Stände, jede Menge interessante Broschüren zum Thema Wald und, nicht ganz unwichtig, sogar Toiletten gab es - nichts wurde dem Zufall überlassen. Die Gäste kamen mit Auto, zu Fuß oder mit Fahrrad, hatten Kinder an der Hand oder Hunde an der Leine, an diesem Tag schien alles in den Wald zu strömen, was Beine hat. Die Mühen aller hatte sich gelohnt, das Interesse der Besucher war der Lohn für die wochenlange Arbeit, als aus einer Schnapsidee eine handfeste Veranstaltung wurde. Die Ministerpräsidentin als Schirmherrin konnte nicht kommen, aber Umweltminister Reinhold Jost begrüßte die Gäste, die eingeladen wurden, sich die Darstellung der "Wertstoffkette Wald" anzuschauen: "Die Forstleute stellen sich heute auch ihrer Kritik. Fragen Sie, holen Sie sich Anregungen." Davon machten alle fleißig Gebrauch. Gleich zu Beginn des Rundweges schauten gestandene Männer versonnen zu, wie eine mobile Säge aus Bäumen Bretter machte. Kinder ließen sich von Baumkletterern abseilen, fragten nach dem Preis der Maschinen oder staunten über die Müllmenge, die jedes Jahr aus dem Wald entfernt wird. "Wir sind leidenschaftlich dabei", sagte ein Saarforst-Mitarbeiter, was sich nicht nur auf diesen Tag, sondern auf die Arbeit von Saarforst bezog. Und daran konnte es am Sonntag keinen Zweifel geben.