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Ein Übersee-Container für den guten Zweck

Ein Übersee-Container für den guten Zweck

Der Container, der jetzt in St. Ingbert gepackt wurde und nach Vietnam gebracht wird, hat 76,3 Kubikmeter Fassungsvermögen. Darin befinden sich Sachen für Kranken- und Waisenhäuser. Noch drei Container folgen dieses Jahr.

Als am Samstagmorgen andere St. Ingberter noch in den Betten lagen, herrschte auf dem Firmengelände von Möbel Herzer gegenüber des Maxplatzes schon geschäftiges Treiben. Dort stand ein großer Übersee-Container mit 76,3 Kubikmeter Fassungsvermögen, der mit allerlei Nützlichem für Kranken- und Waisenhäuser in Vietnam gepackt wurde. Ursula Nguyen ist Vorstandsmitglied des gemeinnützigen Vereins "Medizinische Hilfe für Vietnam" und begleitete die Packaktion. Bereits bevor sie ihren vietnamesischen Mann kennen lernte, hatte sie ihr Herz an dieses asiatische Land verloren. "Uns geht es hier allen so gut. Wenn ich die Kleinen in den dortigen Waisenhäusern sehe, tut mir das Herz weh", sagt die Rentrischerin. Mehrmals im Jahr werden Container von Berlin bis Landau gepackt, um gespendetes medizinisches Gerät, Liegen, Krücken oder Krankenfahrstühle dorthin zu verschicken, wo sie dringend gebraucht werden.

Allein in diesem Jahr gehen noch mindestens drei solcher zwölf Meter langen und drei Meter hohen "High cube" - Container auf Reisen. Die mehr als 2000 Euro Frachtkosten müssen erarbeitet werden, so wie vieles, was noch hinzugekauft wird. Dafür verkaufen die rund 60 Mitglieder Tee, Kaffee und Kuchen bei verschiedenen Festen und Veranstaltungen, so auch beim St. Ingberter Weihnachtsmarkt, halten Vorträge, organisieren Trödelbasare oder starten Spendenaufrufe.

Von St. Ingbert aus wurde schon einiges geleistet. "So haben wir ein komplettes Krankenhaus von der Pike auf eingerichtet", sagt Ursula Nguyen stolz. Die St. Ingberter Container füllt sie normalerweise mit Hilfe des THW, doch am Samstag hatten die freiwilligen Helfer andere Verpflichtungen. Dessen Ortsbeauftragter Norbert Bentz war aber vor Ort, um für das optimale "Packmaß" zu sorgen. Die 67-Jährige wandte sich auf der Suche nach Unterstützung an Johannes Sehn vom Flüchtlingsnetzwerk, wo ein "Helper-Team" existiert, das normalerweise geflüchteten Neuankömmlingen beim Einzug hilft.

Sehn fragte über WhatsApp bei den Helfern nach. Die erste positive Rückmeldung hatte er bereits nach einer Minute, sieben weitere folgten schnell. Ursula Nguyen war begeistert von der Hilfe, die ganz im Sinne ihres Mottos "Gemeinsam für eine bessere, friedliche Welt, gegen Krieg, Ausbeutung und Rassismus" ist. Dankbar war sie auch Andreas Herzer, der den Lagerraum für die Rollatoren, zwei Orgeln, Kinderbetten, Schreibtische und Stühle und andere nützliche Dinge zur Verfügung stellte, die diesmal vor allem aus der Auflösung einer Sparkassen-Filiale und einer Caritas-Einrichtung stammten. In sechs Wochen ist der Container in Vietnam, wo die Möbel von Schreinern zusammengebaut, lackiert und desinfiziert werden, um in ihrem zweiten "Leben" Gutes zu tun.