Ein Spielplatz in der Natur

St. Ingberter Kinder dürfen sich über Kletterbäume, Erdhügel und Wippen freuen: Ein neuer Natur-Spielplatz an der Fischerhütte am Wombacher Weiher wurde den Kleinen übergeben. Außer Muskelkraft von vielen Helfern hat das Projekt aus Naturmaterial nichts gekostet.

. In den vergangenen Wochen wurde am Wombacher Weiher so manche "Extraschicht" vom städtischen Mitarbeiter Elmar Sommer und Ortsratsmitglied Bodo Marschall eingelegt, um einen wichtigen Termin einhalten zu können. Denn Stadt, Ortsrat Mitte und der Angelsportverein hatten sich vorgenommen, den naturnahen Spielplatz vor den Sommerferien fertig zu bekommen. Und sie haben es rechtzeitig geschafft.

Am Donnerstag turnten bereits Kinder auf den Ästen, Erdhügeln und Wippen herum, bevor die offizielle Übergabe im Beisein von Vertretern der Stadt, des Ortsrates und verschiedener Vereine stattgefunden hatte. Das sahen die Initiatoren gern, denn schließlich wurde der naturnahe Spielplatz ja für die jüngsten St. Ingberter angelegt. Klaus Becker vom Angelsportverein erinnerte bei der Einweihung daran, dass auf dieser Wiese früher legendäre Fischerfeste gefeiert wurden, bei denen auch viel Bier floss. Heute sei man mit 60 Mitgliedern ein eher kleiner Verein. Den Wiesenplatz konnte man also guten Gewissens "abtreten". Der Ortsvorsteher von St. Ingbert-Mitte, Ulli Meyer, kennt den Platz schon seit seiner Kindheit und bezeichnete es in seiner Freude über den geschaffenen Spielplatz scherzhaft als "strategischen Schachzug des Angelsportvereins, um hier spielende Kinder als zukünftige Angler zu werben".

Meyer sprach vier Punkte an, die er bei der Errichtung des Spielplatzes bemerkenswert findet. Erstens sei es gut, wenn man sich in einer Zeit, die von Technik geprägt ist, auf Essenzielles besinnt und das Spiel in der Natur fördert. Zum zweiten hob er hervor, dass die "Geräte" aus Naturmaterial bewusst einfach gehalten wurden, denn aus der Einfachheit entspringe die Fantasie. Das Dritte, aber für ihn fast das Wichtigste, waren die gemeinsamen Anstrengungen, die mit offiziellen Stellen aber auch privaten Firmen und der Gemeinnützigen Kommunalen Gesellschaft für Beschäftigung und Qualifizierung (GBQ) unternommen wurden, um etwas zu erreichen. Und nicht zuletzt werde auch das Naherholungsgebiet Wombacher Weiher dadurch aufgewertet. "Aber ohne Bodo hätte das alles nicht geklappt", meinte Meyer an Förster Bodo Marschall gewandt.

"Das Allerschönste für mich daran ist überhaupt, dass das alles nichts gekostet hat", betonte der Mitarbeiter von Saarforst ein ums andere Mal. Und daran haben viele Helfer einen gehörigen Anteil. Die Ursprungsidee erwuchs daraus, dass Marschall eine gewisse Leere im Wald wahrnahm: "Früher als kleiner Steppke war ich den ganzen Tag im Wald. Heute könnte man schon fast sagen: ‚Das Kind im Wald, das unbekannte Wesen'. Man muss versuchen, den Kindern die Natur und den Wald wieder näherzubringen." Mit dem Spielplatz sei der erste Schritt in diese Richtung getan. Hier sei weniger mehr und der Spielplatz gelte als "Übungsprojekt" für weitere Spielplatz-Ideen, die in der Stadt, beispielsweise im Elstersteinpark, noch auf ihre Umsetzung warteten.