Ein Qualitätsbesessener, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat

Ein Qualitätsbesessener, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat

Die bestehenden Potentiale zum Ausbau der Abteilung sollen in vollem Umfang zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Kreiskrankenhauses genutzt werden. Das wünscht sich der neue Chefarzt Dr. Andreas Margies.

Die Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie der Kreiskrankenhaus St. Ingbert GmbH hat einen neuen Chef. Die bis Ende März dieses Jahres von Dr. Josef Mischo geleitete Abteilung hat zum 1. April Dr. Andreas Margies übernommen. Wie Dr. Margies und Thorsten Eich, der Leiter Finanzen und Controlling am Kreiskrankenhaus, im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterten, habe Dr. Mischo, der auch Präsident der Ärztekammer des Saarlandes ist, die Klinik aus privaten Gründen verlassen, weil er die Arbeitsbelastung verringern wollte.

Mischo sei jetzt für die Marienhausklinik in Ottweiler tätig. Der neue Chef, Dr. Andreas Margies, war bisher Sektionsleiter in der St. Ingberter Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie . Bis zu seinem Wechsel in die Mittelstadt war er Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie am Kreiskrankenhaus St. Franziskus in Saarburg. Dort habe er die Abteilung erfolgreich weiterentwickelt und neue medizinische Schwerpunkte, wie beispielsweise die Endoprothetik - die Hüft-, Knie- und Schulterendoprothetik - etabliert. Bei Endoprothesen handelt es sich um Implantate, die dauerhaft im Körper verbleiben und den geschädigten Körperteil ganz oder teilweise ersetzen. Wie Dr. Margies und Eich weiter erläuterten, seien die Zielsetzungen der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie in St. Ingbert mit sieben ärztlichen Mitarbeitern und 55 Betten die Ausweitung des Leistungsspektrums. Man habe den Anspruch, eine hohe medizinischen Qualität sicherzustellen und die Schwerpunkte Unfallchirurgie , Endoprothetik, Schulter- und Handchirurgie zu stärken, wobei die Handchirurgie das Spezialgebiet von Dr. Heike Jakob sei. "Wir behandeln auch Sportverletzungen und Knochenbrüche aller Art", erläutert Dr. Margies. "Unser typischer Patient ist nicht der junge Motorradfahrer, der an der Straßenkreuzung einen Verkehrsunfall hatte, sondern die 75-Jährige, die einen Oberschenkelhalsbruch erlitten hat", betont der Chefarzt, der am Abend des SZ-Besuchs bereits fünf Operationen an diesem Tag hinter sich gebracht hatte - "mit Potential nach oben", wie er sagt. Das Engagement für alte Menschen erwachse nicht nur aus dem demografischen Wandel, dem sich das Krankenhaus anpassen müsse, sondern weil Mobilität auch für Ältere wichtig sei. "Das sage ich auch immer wieder meinen Patienten, denn Mobilität erhält die Lebensfreude", so der 53-Jährige, der sein Hobby zum Beruf gemacht habe und sich selbst als "qualitätsbesessen" bezeichnet. Die bestehenden Potentiale zum Ausbau der Abteilung sollten in vollem Umfang zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Kreiskrankenhauses als Anlaufstelle der Menschen aus dem Saarpfalz-Kreis sowie den angrenzenden Regionen genutzt werden.

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Zur PersonDr. Andreas Margies wurde am 20. Oktober 1961 in Bad Harzburg geboren. Er studierte an der Uni Göttingen Humanmedizin und sammelte Berufspraxis in Vechta, Salzgitter, Bielefeld, Celle und am Caritas-Krankenhaus in Saarbrücken. Bis zu seinem Wechsel ans Kreiskrankenhaus St. Ingbert war er Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie am Kreiskrankenhaus St. Franziskus in Saarburg. Vom 18. Juli 2011 bis zum 31. März 2015 war er als Sektionsleiter mit dem Schwerpunkt Endoprothetik für die Kreiskrankenhaus St. Ingbert GmbH tätig. Der 53-Jährige wohnt in Riegelsberg, ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Er liebt Tiere, hat zwei Hunde. ert

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